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phoenix history

Vor 100 Jahren: Gründung der Republik Türkei
Sonntag, 29.10.2023 00:00 Uhr
phoenix
Sonntag
29.10.2023
00:00 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Film von Gerhard Jelinek, phoenix 2019
Der Bürgerkrieg in Syrien, das grausame Schlachten des IS, die Fehden zwischen Sunniten und Schiiten im Irak: Der Nahe Osten ist ein Dauer-Brandherd der Welt. Gelegt wird das Feuer bereits während des ersten Weltkrieges, als England und Frankreich die Landkarten zwischen Damaskus und Bagdad im Handstreich neu zeichnen. Noch während der Erste Weltkrieg 1916 mit voller Härte tobt, ziehen der Engländer Sir Mark Sykes und der Franzose Francois Georges Picott neue Grenzlinien in den arabischen Sand.
Den beiden Großmächte geht es vor allem darum, sich längerfristig Einfluss im Nahen Osten zu sichern. Einem Pfarrer aus Österreich kommt zu der Zeit im Spiel der Kräfte eine nicht unwesentliche Rolle zu. Alois Musil kämpft um eine ganz andere Vision: für ein geeintes Arabien und gegen koloniale Willkür.
Die von Sykes und Picot gezogenen Grenzen werden letztlich zu den Wurzeln der späteren Katastrophe im Nahen Osten. Regisseur Gerhard Jelinek begibt sich in dieser ORFIII-Neuproduktion auf die Spuren dieser Ereignisse.
Der vergiftete Frieden Das Ende der Osmanen
Film von Elias von Salomon, ZDFinfo 2021
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges stand neben dem Vertrag von Versailles auch ein anderer Ort für die Neuordnung der Welt: Sèvres, ein Pariser Vorort.
Dort besiegelten die Siegermächte Frankreich, Großbritannien und die USA das Schicksal eines großen Imperiums: Das Osmanische Reich sollte für immer zerschlagen werden.
Die Folgen sind bis heute unübersehbar: Der Nahe Osten brennt, wird von Krieg und Terror überzogen. Die Dokumentation zeigt die Fehler und ihre Auswirkungen auch hundert Jahre später auf.
ZDF-History: Atatürk Soldat, Rebell, Visionär
Film von Monika Czemin, ZDF 2018
Er war Kriegsheld, Revolutionär und Staatsgründer: Mustafa Kemal genannt Atatürk, "Vater der Türken". Ein hoher Anspruch, aber ohne ihn gäbe es wohl keine moderne Türkei.
Im Ersten Weltkrieg wird Mustafa Kemal ein gefeierter Kriegsheld in der Armee des Osmanischen Reiches. Als dem Reich nach der Niederlage der völlige Untergang droht, rettet er die türkischen Kerngebiete und verwandelt den Sultan-Staat in eine moderne Republik.
Seine Verdienste als Gründer der modernen Türkei sind unbestritten, doch der Ruhm hat seine Schattenseiten. Die Verwandlung des osmanischen Vielvölkerstaates in einen homogenen türkischen Nationalstaat fordert viele Opfer. An dem Massenmord an den Armeniern im Ersten Weltkrieg ist Atatürk nicht beteiligt, doch er stellt sich auch nicht dagegen. Nach dem türkischen Sieg über die Griechen 1922 wird der größte Bevölkerungsaustausch der bisherigen Geschichte beschlossen. Hunderttausende Griechen, die in Kleinasien gelebt haben, müssen das Land verlassen. Türken, die ihre Heimat in Thrakien und Mazedonien hatten, machen sich auf den Weg in den neuen Staat Türkei.
Im Innern formt Atatürk die Türkei nach westlichem Vorbild um. Er schafft Sultanat und Kalifat ab und gründet 1923 eine laizistische Republik, deren erster Präsident er wird. Er führt die lateinische Schrift und das schweizerische Zivilrecht ein, durch das Frauen die gleichen Rechte bekommen wie Männer. Doch Widerstand gegen seine Reformen unterdrückt Atatürk mit aller Härte. Sein Regierungsstil wird mit den Jahren immer autoritärer. Als er mit 57 Jahren stirbt, ist für seine Kritiker aus dem Befreier ein Diktator geworden. Doch die Mehrheit der Türken huldigt ihm bis heute als Gründervater der modernen Türkei.
Die Dokumentation zeigt den Werdegang eines der prägendsten Männer des 20. Jahrhunderts - mit seinen Licht- und seinen Schattenseiten. Prominente deutsche und türkische Historiker kommentieren die entscheidenden Wegmarken seines Lebens, die durch aufwendige szenische Rekonstruktionen und authentisches Archivmaterial nachgestellt werden.
100 Jahre Türkei
Atatürks Traum und Erdogans Wirklichkeit
Film von Jörg Brase, ZDF 2023
Vor einhundert Jahren wurde die Republik Türkei gegründet. Seitdem prägen ethnische, politische
und religiöse Konflikte ihre Geschichte. Was ist von Mustafa Kemal Atatürks Traum geblieben?
Ein stolzer und moderner Vielvölkerstaat zwischen Orient und Okzident - das war die Vision Atatürks. Die Nachfolgerin des Osmanischen Reiches sollte Mitglied der Völker Europas sein. Das aber bleibt der Türkei bis heute verwehrt.
Wie sieht die Wirklichkeit aus in der Türkei unter Präsident Recep Tayyip Erdoan? ZDF-Korrespondent Jörg Brase trifft Menschen, die aus ihrer ganz eigenen Lebenserfahrung heraus auf ihre Heimat und deren einhundertjährige Geschichte blicken. Die einfache Bäuerin, die in Erdoan den Bewahrer ihrer Religion und der türkischen Nation sieht.
Den Ex-Admiral, der sagt, Erdoan verrate Atatürks Erbe, den griechisch-türkischen Tavernenbesitzer, der sich trotz Atatürks Vertreibungspolitik auf seiner Insel zuhause fühlt. Für die Dokumentation spricht ZDF-Korrespondent Jörg Brase mit einem kurdischen Clan-Chef, für den hundert Jahre Türkei eine Leidensgeschichte sind, und mit Vertretern der Generation Z, einer jungen Frau in Istanbul, die ihre Heimat liebt und doch mehr Schatten als Licht sieht. Ein Kaleidoskop, das keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, sondern Stimmen und Stimmungen sammelt aus einem schönen und reichen Land mit seiner schwierigen Geschichte.
In „phoenix history“ erinnern wir an herausragende historische Ereignisse und Entwicklungen, mit deren Vermittlung und Einordnung phoenix einen wichtigen Beitrag zur Meinungsbildung leistet. Von der Antike bis zur aktuellen Zeitgeschichte spannt sich der Erinnerungsbogen. Auf diesen historischen Zeitreisen zeigen wir klassische Dokumentationen, Reportagen im Stil einer historischen Spurensuche bis hin zu großen zeitgeschichtlichen Doku-Dramen. Mit dieser Vielfalt der Formen wollen wir komplexe Themen besser verständlich machen.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 29.10.2023 um 00:00 Uhr auf phoenix.