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Land zwischen den Meeren

Dänemarks Westküste
Mittwoch, 21.12.2022 15:00 Uhr
NDR
Mittwoch
21.12.2022
15:00 Uhr
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Atemberaubende Landschaften, skurrile Geschichten und drollige Seehunde, bunte Inseltrachten und Essen aus dem Watt, Blaues Licht und lebenslustige Menschen. Die Westküste des dänischen Königreichs mit einem kleinen Plattbodenschiff zu entdecken ist ein faszinierendes Erlebnis.
Im Süden schufen Nordsee und Stürme das Wattenmeer mit Prielen und Inseln fast nur aus Sand. Die alte Walfänger-Insel Römö rühmt sich mit dem breitesten Sandstrand Nordeuropas… so breit, dass man den "Spaziergang" vor zum Wasser lieber mit dem Auto macht. Auch Fanö hat Strände ohne Ende. Berühmt aber ist diese Insel für ihre Traditionen, ihre Trachten und die Fannikerdage. Die werden gefeiert, seit die Insulaner Fanö 1741 vom dänischen König ersteigert hatten.
Mandö ist die kleine Inselschwester - einst die einzige Hallig Dänemarks. Heute schützt sie ein Deich rundum. Doch wenn man sie über einen Damm erreichen will, bekommt man zweimal am Tag nasse Füße. Mit einsetzender Ebbe geht es mit einem Nationalpark-Ranger hinaus, dem "Motor" des Wattenmeer-Lebens auf der Spur.
Zurück zum Festland: nach Ribe, der ältesten Stadt Dänemarks. Eher ein Städtchen, gemütlich mit krummem Fachwerk, grobem Kopfsteinpflaster und dem altehrwürdigen Dom. Die ersten Wikinger wurden in Ribe bekehrt. Nördlich vom Wattenmeer liegt die Haff- und Buchtenküste - mit flachen Küstenseen, malerischen Fjorden und Stränden. Ferienhäuser ducken sich hier zwischen endlosen Dünen.
In Hvide Sande baute man vor dem Ringköbing Fjord eine Schleuse zum Meer. Eine Dünenwächterin müht sich hier, dem Landfraß der Nordsee Einhalt zu gebieten während Touristen fleißig auf der großen Fischauktion bieten oder in typischen Vierkanthöfen nach Strandvogt-Legenden suchen.
Stürme und Brandung wie kaum anderswo
Geologisch interessant und bei Paraglidern beliebt sind die steilen Kliffs am Leuchtturm Bovbjerg Fyr. Und traumhaft schön: der Limfjord. Bei Thyborön haben die Seenotretter ihre Hauptstation. Denn an der Küste nordwärts wüten Stürme und Brandung wie kaum anderswo. Unzählige Wracks allein in der Jammerbucht und auch ins Meer gestürzte Kirchen und Ferienhäuser beweisen das.
Alte Bunker, vom Meer aus den Dünen gespült, erzählen in Hanstholm vom Atlantikwall, der gewaltigen deutschen Wehranlage aus dem zweiten Weltkrieg. Rudbjerg Knude ist eine Wanderdüne, die den Leuchtturm von Rudbjerg einfach überrollt hat. Der Sand hat ihn zwar wieder freigegeben, dann aber drohte der Turm ins Meer zu stürzen.
Leicht ist das Leben nicht für die Fischer von Thorup Strand. Mangels Häfen hier an der Küste müssen sie ihre Kutter mit Bulldozern und Winden über den Sand ziehen. Vor allem nachts ein beeindruckender Vorgang. Und im Ozeanarium in Hirtshals kann man in das Fanggebiet der Fischer "eintauchen" - in die Unterwasserwelt der Nordsee.
Hoch im Norden bei Skagen, wo die Nordsee auf die Ostsee trifft, wächst Grenen jedes Jahr rund zehn Meter weiter ins Meer hinaus - die nördlichste Landspitze Dänemarks. Eine eigenwillige Landschaft in "Blauem Licht". Sie zog die berühmten "Skagenmaler" an. Einer von ihnen ist schuld daran, dass in der Mittsommernacht überall entlang dieser Küste Dänen am lodernden Sankt-Hans-Feuer ihre "Hymne" singen.
550 abwechslungsreiche Küstenkilometer - Heimat eines liebenswerten, weltoffenen Volkes, dessen Vorfahren große Seefahrer waren: die unerschrockenen Nordmänner. Das kleine Königreich Dänemark ist eben viel mehr als nur das "Land der Ferienhäuser".

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 21.12.2022 um 15:00 Uhr auf NDR.