Leschs Kosmos

Mordshunger: Wie schmeckt das Essen der Zukunft?

30min, Deutschland 2022
Quelle: Pressebild (zdfPresse2022)
Quelle: Pressebild (zdfPresse2022)

Unser "täglich Teller" bringt Genuss. Und birgt zugleich ein fieses Dilemma. Denn das, was wir besonders gern und daher in Massen essen, ist schlecht. Für uns und unseren Planeten.

Wir essen zu viel tierisches Protein. Fleisch, Milchprodukte und Fisch. Die Folgen: riesige Landflächen zur Futtermittelproduktion, hohe Emissionen, Artensterben. Zudem belasten Dünger und Pflanzenschutzmittel Wasser- und Nährstoffkreisläufe. Gibt es Alternativen?

Bis 2050 wird es schätzungsweise über neun Milliarden Menschen auf der Erde geben. Sollen in Zukunft alle gesättigt werden, wird deutlich mehr Nahrung benötigt. Doch die Erde und ihre Ressourcen sind begrenzt. Schon heute rütteln wir mit unserem Appetit an den planetaren Belastungsgrenzen. Doch was tun? Müssen wir unsere Vorlieben gänzlich neu definieren? Oder gibt es Wege, den Genuss zu bewahren und die Umwelt weniger zu belasten? Wie schmeckt die Zukunft?

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen die Potenziale von Quallen für die Ernährung des Menschen. Auch Quallen enthalten tierisches Protein und vielleicht noch weitere wertvolle Nährstoffe. Wären neue Arten eine Lösung für die Krise auf dem Teller? Oder kommt das Essen der Zukunft vielleicht aus dem Labor? Können wir uns den Genuss von Fleisch, Fisch und Milchprodukten erhalten, weil sie unabhängiger von Tier und Umwelt bald in Bioreaktoren entstehen?

Seit Langem versuchen Forschende und unzählige Start-ups, das Geheimnis zu ergründen, wie sich künstliches Fleisch herstellen lässt. Der erste Schritt auf dem Weg zu einer "zellulären Landwirtschaft". Doch der große Durchbruch lässt auf sich warten. Worin liegen die Hürden für das Fleisch aus dem Labor?

Bei der Herstellung von Käse steht man vor ähnlichen Problemen. Eine "eiserne Kuh" soll das Milchprotein der Zukunft liefern. Für einen Käse, der keine tierischen Komponenten enthält und trotzdem genauso wie gewohnter Käse schmeckt. Ohne künstliche Geschmacksstoffe. Auch das könnte Emissionen reduzieren und die Umwelt schonen.

Doch vielleicht gibt es noch einen anderen Weg? Jedes Jahr landen unzählige Tonnen Lebensmittel im Müll und damit auch wertvolle Ressourcen. Ließen sie sich vielleicht bewahren? Forschende setzen auf tierische Helfer: Die Schwarze Soldatenfliege könnte Lebensmittelreste recyceln. Zum Futter für das Fleisch von morgen. So wäre vielleicht auch weniger Sojaschrot aus dem Ausland nötig. Das könnte Regenwälder schützen.

Doch lässt sich der Planet wirklich nur durch das Kochbuch der Wissenschaft retten? Oder gibt es noch andere Ansätze? Vielleicht sogar noch effektivere?

Prof. Dr. Harald Lesch begibt sich auf eine kulinarische Reise in die Zukunft. Wie werden wir unseren "Mordshunger" im Spannungsfeld zwischen Genuss und Verantwortung stillen können?

Quelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 01.12.2022 um 19:15 Uhr auf ZDFinfo.