Sandra Szabo präsentiert im ORF-Religionsmagazin "Orientierung" am Sonntag, dem 2. Oktober 2022, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge: Proteste im Iran: Selbstbestimmung statt Kopftuchzwang "Frauen, Leben, Freiheit", das ist dieser Tage - übersetzt - ein viel gehörter Protestruf im islamischen Gottesstaat Iran: Frauen verbrennen öffentlich ihre Kopftücher. Zehntausende Menschen - Männer und Frauen - gehen auf die Straße. Angst, Wut, aber auch Hoffnung liegen in der Luft. Anlass dieser jüngsten Aufstände war der Tod der 22-jährigen Kurdin Mahsa Amini. Sie war von der iranischen Sittenpolizei verhaftet worden, weil sie ihr Kopftuch nicht "ordnungsgemäß" getragen haben soll. Während ihrer Haft fiel sie ins Koma, drei Tage später war sie tot. Diese Nachricht hat nicht nur zahlreiche Menschen im Iran bewegt, sondern auch weltweit für Schlagzeilen und Solidaritätskundgebungen gesorgt. "Diese Demonstrationen unterschieden sich grundlegend von den bisherigen - es ist die Revolution der Frauen", so Mehri Molla Sheikhi, eine 58-jährige Kurdin, die vor vier Jahren nach Österreich geflüchtet ist. Nicht nur um den Protest gegen rigorose Kleidungsvorschriften - die es bereits seit 43 Jahren gibt - gehe es nun, vielmehr um Freiheit und Selbstbestimmung für alle Frauen im Iran. Bericht: Gundi Lamprecht Berufen zum Dienst: Neue Diakone für katholische Kirche in Wien Fritz Horak und Oliver Meidl sind zwei von zwölf Männern, die am Samstag, dem 8. Oktober, im Stephansdom zu Ständigen Diakonen geweiht werden. Beide haben Kinder, Horak ist verheiratet, Meidl verwitwet. Sie haben eine mehrjährige Ausbildung hinter sich, den Dienst des Ständigen Diakons werden sie in ihren Pfarren ehrenamtlich ausüben. Ein römisch-katholischer Diakon arbeitet als Seelsorger mit, kann Begräbnisse leiten, Taufen vornehmen und etwa auch Eheberatungsgespräche führen. In Österreich wurde der erste Ständige Diakon am 21. Dezember 1969 geweiht, nachdem im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils dieses Amt wieder eingeführt worden war. Frauen ist dieses Amt verwehrt, umso lebendiger wird die Diskussion innerhalb der römisch-katholischen Kirche geführt, wie eine Blitzumfrage in den Pfarren "Cyrill und Method" und "St. Nikolaus" in der Erzdiözese Wien zeigt. Bericht: Sandra Szabo Kampf gegen Dämonen: Mit Exorzismus gegen "Besessenheit"? Düstere Beschwörungsformeln hinter verschlossenen Türen, obszöne Schimpfworte und zuckende Leiber: Die neue "Tatort"-Produktion aus Österreich, "Das Tor zur Hölle", bringt die beiden Kommissare Bibi Fellner und Moritz Eisner, dargestellt von Adele Neuhauser und Harald Krassnitzer, mit vermeintlich "Besessenen" und Exorzisten in Kontakt. Was am Sonntag, dem 2. Oktober, um 20.15 Uhr als Krimi-Unterhaltung in ORF 2 gezeigt wird, gibt einen durchaus realistischen Einblick in Praktiken, wie sie in Teilen der römisch-katholischen Kirche über die Jahrhunderte gepflegt wurden und immer noch werden. Ausgehend vom fünften Kapitel des Markusevangeliums, in dem erzählt wird, wie Jesus den "Besessenen von Gerasa" von seinen Dämonen befreit, haben sich Rituale entwickelt, um Menschen von Besessenheit zu "heilen". Die traditionelle Lehre der Kirche spricht von der "Macht des Bösen" und schreibt sie gefallenen Engeln zu, die als Dämonen und Teufel vom Menschen Besitz ergreifen wollen. Heute kann man viele Fälle von "Besessenheit" medizinisch erklären und auch die römisch-katholische Kirche verpflichtet ihre exorzismuskundigen Priester, vor einem Exorzismus ärztlichen Rat einzuholen. Ob man Geisterwelten bemühen muss oder Phänomene naturwissenschaftlich erklären kann: Die Rituale der katholischen Kirche zeigen durchaus ihre therapeutische Wirkung, bestätigt Carlos Watzka, Historiker und Soziologe der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien, im Gespräch mit der "Orientierung".
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 04.10.2022 um 08:55 Uhr auf ORF 3.