

* Großbritannien: Krankes Gesundheitssystem
Seit der Gründung im Jahr 1948 sind die Briten stolz auf ihren aus Steuergeldern finanzierten National Health Service. Doch das Gesundheitswesen leidet schon lange an übermäßiger Bürokratie, Personalmangel und Unterfinanzierung. Die Corona-Pandemie hat die Missstände weiter verschärft. Das Personal ist chronisch überlastet, allein in England warten um die sechs Millionen Patient*innen auf eine geplante Operation oder sonstige Behandlung im Krankenhaus. Immer mehr Menschen zahlen daher viel Geld für eine Behandlung beim Privatarzt.
* USA: Atomtest-Opfer kämpfen um Entschädigung
In der Wüste Nevadas führten die USA in den 1950er- und 1960er-Jahren Atomtests durch. Die Strahlung verteilte sich weit im Land. Viele, die danach an Krebs erkrankten, kämpfen bis heute um Entschädigung. Wie der an Krebs erkrankte Bill Reynolds, er will die wenige Zeit noch nutzen, um für den Verzicht auf Atombomben zu appellieren.
* Chile: Kleidermüll in der Atacama-Wüste
Vor der Tür der kleinen Holzhütte stapeln sich tonnenweise
Altkleider. Ein gigantischer Müllberg, von dem Manuela Olivos
lebt. Sie recycelt den Kleidermüll, der aus der ganzen Welt
hierher gekarrt wird. Oft Neuware, die in den Fußgängerzonen
der reichen Länder nicht verkauft werden konnte.
Überproduktion des perversen Systems der Fast Fashion. Was
die Industrienationen nicht wollen, landet zu großen Teilen hier
in der chilenischen Freihandelszone Zofri, 59.000 Tonnen
Kleidung pro Jahr. Es stinkt nach chemischen Ausdünstungen
und sieht apokalyptisch aus: Pullover, Kleiderfetzen, Schuhe
und Perücken. Darunter auch offenbar Socken aus Deutschland mit einem Verkaufsetikett. Manuela Olivos lebt davon, irgendwie. Sie sortiert, was noch zu verwerten ist, und verkauft die Kleidung weiter. Mittlerweile haben vor allem Geflüchtete aus den Nachbarländern und aus Venezuela sich hier angesiedelt. Lumpensammler. Und an Lumpen gibt es hier mehr als genug, ein Riesenberg mitten in der Wüste.
* Südafrika: Jagd auf Kakteen-Schmuggler
Sie sind ein Wunder der Natur, denn sie verwandeln Ödnis in
ein Paradies: Kakteen und Agaven. Die Pflanzen speichern
Wasser, wo es kaum etwas davon gibt, wie in den Halbwüsten
Südafrikas. Noch. Denn die besonderen Pflanzen sind bedroht.
Nicht etwa von den harschen Witterungsbedingungen, sondern
ganz konkret von Menschen. Wilderer haben erkannt, dass sie
mit diesen Pflanzen in Europa und Asien viel Geld verdienen
können. Es ist ein Milliardengeschäft. Nun blüht der Schmuggel
mit den geschützten Sukkulenten.
Die Weltbilder blicken Woche für Woche bis zum Horizont und weiter. Sie erzählen die wichtigen Geschichten aus dem Ausland: bildstark und informativ. Julia-Niharika Sen zeigt zusammen mit den ARD-Korrespondenten weltweit den Alltag der Menschen im nahen und fernen Ausland: in packenden Reportagen, spannenden Geschichten und berührenden Porträts.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 30.04.2022 um 12:45 Uhr auf Radio Bremen TV.