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Panorama 3

Donnerstag, 17.03.2022 01:40 Uhr
NDR
Donnerstag
17.03.2022
01:40 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild


* Spätaussiedler in Niedersachsen: Spaltet der Krieg die Gemeinschaft?

In der niedersächsischen Gemeinde Molbergen bei Cloppenburg hat etwa die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger Wurzeln in der ehemaligen Sowjetunion. Viele Spätaussiedler-Familien fanden hier eine neue Heimat. Etliche von ihnen stammen aus der Ukraine oder Russland. Nun hat die große Weltpolitik ihren kleinen Ort erreicht. Wie gehen sie mit dem Krieg in der Ukraine um, gibt es Konflikte innerhalb der Gemeinschaft? Denn auch im Landkreis Cloppenburg kommen jetzt täglich neue Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine an.

* Russische Soldaten: Ahnungslos in den Krieg?

Videos in sozialen Netzwerken zeigen gefangene russische Soldaten. Veröffentlicht hat sie das ukrainische Militär. Soldaten sagen, sie wollten keinen Krieg, sie seien ahnungslos in ihn hineingeraten. Wie glaubhaft ist das? Wir haben mit Müttern und Vätern von Soldaten gesprochen, die erzählen, wie ihre Söhne vom Krieg überrumpelt worden.

* Gedanken eines Kriegskindes

"Ich hätte nie gedacht, dass die Menschen hier in Europa noch einmal Angst vor einem Krieg haben müssen, davor, einen geliebten Menschen, ihre gewohnte Umgebung zu verlieren, alles das, was sie sich aufgebaut haben. Alles wird auf einmal wieder in Frage gestellt. Und das verbindet mich auch mit den Kindern in der Ukraine von heute. Ich weiß, wie es sich anfühlt. Das ist schon eine ganz große Scheiße!", sagt der 82-jährige Manfred Hüllen. Es tue ihm körperlich weh, die Bilder aus der Ukraine zu sehen: "Die Herzen der Kinder sind verwundet, und zwar nicht nur für einen Moment. Die werden das ihr Leben lang nicht loswerden!" Diejenigen, die wie Manfred Hüllen als Kind den Zweiten Weltkrieg erlebten, stehen plötzlich wieder mitten im Krieg. Sie sehen die Bilder aus der Ukraine, hören die Sirene - und alles kommt wieder hoch.

* Russische Oberschicht: Wirken die Sanktionen?

Der Nobel-Skiort Courchevel in den französischen Alpen war lange ein Anlaufpunkt der russischen High-Society. Wegen der vielen wohlhabenden Gäste aus Russland wurde er auch "Courchevelski" genannt. Gerade Oligarchen, die auf den Sanktionslisten stehen, sind abgetaucht. Doch viele Sanktionen betreffen auch vermögende Russinnen und Russen, die nicht auf einer Sanktionsliste stehen. Wie erleben sie das? Wir treffen unter anderem die reiche Moskauerin Nadin. Sie sagt, "das ist nicht mein Krieg, das ist nur Politik". Sie erzählt uns, dass sich die Reiseeinschränkungen und gesperrten Kreditkarten leicht umgehen ließen. Das Schlimmste für die russische High Society sei, so Elisabeth Schimpfössl, Russland-Expertin an der Aston University in Birmingham, dass "sie ihren sozialen Status verlieren, den sie sich so lange aufgebaut haben, und damit versucht haben, Teil westlicher Eliten zu werden."
Das Politik-Magazin geht Missständen nach und dokumentiert die Folgen - hintergründig, engagiert und pointiert.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 17.03.2022 um 01:40 Uhr auf NDR.