

Arabische Truppen an die Front
Film von Malek Triki und Dana Trometer
Mit der deutschen Erstausstrahlung des Dreiteilers Der Erste Weltkrieg im Orient im Rahmen einer Themenwoche Orient und Okzident zeigt erstmals auf phoenix eine Dokumentationsreihe die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf den heutigen Nahen Osten, sowie die Verstrickungen Deutschlands und anderer europäischer Kriegsparteien in das Leid der arabischen Bevölkerung, die in diesem todbringenden Waffengang auf Kriegsschauplätzen einbezogen wurde.
Tausende Araber mussten mit Beginn des Krieges 1914 an der Seite der europäischen Westmächte kämpfen, auf Kriegsschauplätzen im Orient und sogar auf europäischem Boden. In den Kriegswirren kamen viele der arabischen Soldaten um, Moslems mussten gegen Moslems in den Krieg ziehen, das Osmanische Reich zerbrach. Die Länder im Nahen Osten gerieten zwischen die Fronten und wurden schließlich zwischen den Kolonialmächten aufgeteilt, ohne Rücksicht auf deren Geschichte, Kulturräume oder deren Bevölkerungen. Die Dokumentationsreihe, im Original World War One Through Arab Eyes aus der Sendergruppe von Al Jazeera, zeigt wie sehr die heutigen Konflikte im Nahen Osten bis hin zum aktuellen Bürgerkrieg in Syrien auch im Ersten Weltkrieg begründet liegen, und durch koloniale Machtspiele der europäischen Westmächte mit gesät wurden.
In ersten Teil des Films wird an die 250.000 Soldaten erinnert, die aus den Ländern Marokko, Algerien und Tunesien für den 1. Weltkrieg für Frankreich und Großbritannien rekrutiert wurden. Bis heute ist weitgehend unbekannt, dass diese arabisch-stämmigen Soldaten gegen Deutschland in Europa gekämpft haben. Sie wurden zum Teil Opfer barbarischer Kriegstaktiken: Entweder wurden sie mit Senfgas getötet oder sie wurden tausendfach exekutiert. Viele wurden auch in den Osten deportiert, um gegen ihre arabischen Brüder beispielsweise in Gallipoli zu kämpfen.
Die Schlacht von Gallipoli wurde auf der gleichnamigen türkischen Halbinsel ausgetragen. Es war eine der blutigsten Schlachten, bei der die Großmächte Großbritannien, Frankreich und Russland versuchten, von hier aus das Osmanische Reich zu erobern. Beide Seiten verloren insgesamt schätzungsweise 350.000 Mann. Interessant ist auch Deutschlands Haltung: Muslimische Kriegsgefangene aus der englischen und französischen Armee sollten durch moslemfreundliche Lager auf die Seite der Deutschen gezogen werden. So wurde das "Halbmondlager" im brandenburgischen Wünsdorf eine Art Vorzeige-Camp mit einer eigenen Moschee.
Der erste Weltkrieg im Orient (2/3)
Untergang des Osmanischen Reiches
Film von Malek Triki und Dana Trometer
Mit der deutschen Erstausstrahlung des Dreiteilers Der Erste Weltkrieg im Orient im Rahmen einer Themenwoche Orient und Okzident zeigt erstmals auf phoenix eine Dokumentationsreihe die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf den heutigen Nahen Osten, sowie die Verstrickungen Deutschlands und anderer europäischer Kriegsparteien in das Leid der arabischen Bevölkerung, die in diesem todbringenden Waffengang auf Kriegsschauplätzen einbezogen wurde.
Tausende Araber mussten mit Beginn des Krieges 1914 an der Seite der europäischen Westmächte kämpfen, auf Kriegsschauplätzen im Orient und sogar auf europäischem Boden. In den Kriegswirren kamen viele der arabischen Soldaten um, Moslems mussten gegen Moslems in den Krieg ziehen, das Osmanische Reich zerbrach. Die Länder im Nahen Osten gerieten zwischen die Fronten und wurden schließlich zwischen den Kolonialmächten aufgeteilt, ohne Rücksicht auf deren Geschichte, Kulturräume oder deren Bevölkerungen. Die Dokumentationsreihe, im Original World War One Through Arab Eyes aus der Sendergruppe von Al Jazeera, zeigt wie sehr die heutigen Konflikte im Nahen Osten bis hin zum aktuellen Bürgerkrieg in Syrien auch im Ersten Weltkrieg begründet liegen, und durch koloniale Machtspiele der europäischen Westmächte mit gesät wurden.
Der zweite Teil des Films handelt vom Niedergang des Osmanischen Reiches. Der
1. Weltkrieg bot den europäischen Mächten eine exzellente Gelegenheit, sich Richtung Osten zu orientieren mit dem Ziel, das Osmanische Reich zu erobern und unter sich aufzuteilen. Das Osmanische Reich hingegen trat in Allianz mit Deutschland, weil es so glaubte, am wenigsten Territorium zu verlieren. Dieser Plan ging jedoch nicht auf und der Druck wuchs. Osmanische Truppen mussten auf mehreren Ebenen mit den Gegnern kämpfen gegen die Russen im Kaukasus, gegen die Briten im Irak und in Ägypten. So veranlasste die osmanische Regierung schließlich die Ermordung von ca. 600.000 bis 1.500.000 christlichen Armeniern. Etwa ein Viertel der osmanischen Bevölkerung starb an den Kriegsfolgen etwa genau so viel Opfer wie Deutschland und Frankreich zusammen zu verzeichnen hatten.
Zu einem Bruch zwischen Arabern und Türken kam es schließlich, nachdem das Osmanische Reich brutal gegen die eigene Bevölkerung vorging: es enteignete Land und beschlagnahmte Güter. Zudem kam ein britisches Embargo gegen die östlichen Mittelmeerstaaten hinzu. Eine schwere Hungersnot breitete sich aus. Jerusalem und Damaskus fielen an die Briten. Das Osmanische Reich zerbrach.
Der erste Weltkrieg im Orient (3/3)
Koloniale Machtspiele im Nahen Osten
Film von Malek Triki und Dana Trometer
Mit der deutschen Erstausstrahlung des Dreiteilers Der Erste Weltkrieg im Orient im Rahmen einer Themenwoche Orient und Okzident zeigt erstmals auf phoenix eine Dokumentationsreihe die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf den heutigen Nahen Osten, sowie die Verstrickungen Deutschlands und anderer europäischer Kriegsparteien in das Leid der arabischen Bevölkerung, die in diesem todbringenden Waffengang auf Kriegsschauplätzen einbezogen wurde.
Tausende Araber mussten mit Beginn des Krieges 1914 an der Seite der europäischen Westmächte kämpfen, auf Kriegsschauplätzen im Orient und sogar auf europäischem Boden. In den Kriegswirren kamen viele der arabischen Soldaten um, Moslems mussten gegen Moslems in den Krieg ziehen, das Osmanische Reich zerbrach. Die Länder im Nahen Osten gerieten zwischen die Fronten und wurden schließlich zwischen den Kolonialmächten aufgeteilt, ohne Rücksicht auf deren Geschichte, Kulturräume oder deren Bevölkerungen. Die Dokumentationsreihe, im Original World War One Through Arab Eyes aus der Sendergruppe von Al Jazeera, zeigt wie sehr die heutigen Konflikte im Nahen Osten bis hin zum aktuellen Bürgerkrieg in Syrien auch im Ersten Weltkrieg begründet liegen, und durch koloniale Machtspiele der europäischen Westmächte mit gesät wurden.
Im dritten Teil des Films geht es um die Aufteilung des Nahen Ostens. Für die Araber begann diese Geschichte allerdings nicht erst 1914 mit Beginn des Ersten Weltkrieges sondern schon 1911. Hier verlor das Osmanische Reich im italienisch-türkischen Krieg weite Teile des heutigen Libyens.
Weitere Niederlagen des Osmanischen Reiches gegen Großbritannien und Frankreich führten dazu, dass der Mittlere Osten zwischen den Franzosen und Briten durch das Sykes-Picot-Abkommen vom 16. Mai 1916 aufgeteilt wurde. Es entstanden Grenzen, die unabhängig von Ethnien einfach mit dem Lineal gezogen wurden. Konflikte waren vorprogrammiert. Die Westmächte hingegen weiteten ihre Interessen aus und profitierten von den neu erschaffenen Handelswegen. Schließlich wurde 1948 der Staat Israel gegründet. Dabei wurde wieder auf die arabisch-stämmige Bevölkerung wenig Rücksicht genommen. Es kam zum ersten arabischen israelischen Krieg, bei dem rund 850.000 Palästinenser aus ihrer Heimat fliehen mussten
"Die Wilden" in den Menschenzoos
Verbrechen der Kolonialzeit
Film von Pascal Blanchard und Bruno Victor-Pujebet, DW
Sie wurden aus weit entfernten Ländern geholt - von Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg, über 100 Jahre lang, um sie in Menschenzoos wie exotische Tiere zur Schau zu stellen.
Diese Ausstellungen waren ein weltweites Phänomen. An die 35.000 Menschen wurden im 19. und 20. Jahrhundert vor fast anderthalb Milliarden B
esuchern gezeigt - in Tierparks, im Zirkus, in Theatern und Anatomiesälen, auf Kolonial- und Weltausstellungen. Ihre Namen sind in Vergessenheit geraten. Der Film beschreibt das Schicksal von sechs Personen, die in solchen sogenannten Völkerschauen ausgestellt waren.
In „phoenix history“ erinnern wir an herausragende historische Ereignisse und Entwicklungen, mit deren Vermittlung und Einordnung phoenix einen wichtigen Beitrag zur Meinungsbildung leistet. Von der Antike bis zur aktuellen Zeitgeschichte spannt sich der Erinnerungsbogen. Auf diesen historischen Zeitreisen zeigen wir klassische Dokumentationen, Reportagen im Stil einer historischen Spurensuche bis hin zu großen zeitgeschichtlichen Doku-Dramen. Mit dieser Vielfalt der Formen wollen wir komplexe Themen besser verständlich machen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 20.02.2022 um 00:00 Uhr auf phoenix.