Teller mit Blüten dekorieren, Barockfiguren verzieren oder moderne Tierentwürfe mit Pinsel und Feder bemalen - das Aufgabenspektrum ist vielfältig und reizvoll. Aber es ist ein langer Weg dahin, der viel Geduld erfordert. Die Azubis lernen Farben anzumischen, Mustervorgaben zu übertragen und Liniendekore anzubringen. Die Ausbildung zum Manufakturporzellanmaler oder zur -malerin machen nur noch eine Handvoll junger Menschen in Deutschland. Nur wenige Traditionsbetriebe bilden aus. In Rudolstadt in Thüringen lernen Sarah und Lydia in der "Ältesten Volkstedter Porzellanmanufaktur". Streng nach Vorlage bemalen sie Geschirr, Vasen, Schalen oder Figuren. Die benötigten Farben mischen sie mit der Spachtel selbst an. Beim Farbauftrag verwenden sie verschiedene Techniken: Staffieren, Lasieren oder mit Farbe besprühen. Die Bemalung wird anschließend im Muffelofen eingebrannt, damit sich Farbe und Glasur dauerhaft verbinden. Sarah bringt das Fachabitur Gestaltung mit und will nach der Facharbeiterprüfung studieren: Keramik und Glasdesign. Der Zugang zu dieser Berufsausbildung erfordert keinen bestimmten Schulabschluss. Allerdings müssen die Bewerber zeichnen können und im Betrieb eine Aufnahmeprüfung ablegen. Konzentration und Genauigkeit sind wichtig. In der Luft liegt oft der Geruch von Terpentin. Wer von Farbstaub und Lösungsmitteln Kopfweh bekommt, eignet sich eher nicht für diesen Job. Die Porzellanfirmen produzieren die wertvollen Stücke meist auf Bestellung. Sammler und Liebhaber aus Deutschland und vor allem auch aus dem Ausland kaufen die aufwändig hergestellten Porzellanfiguren: Filigran bemalte Barockdamen, Blumenschalen und Pferdekutschen zum Beispiel. In der Porzellan Manufaktur Nymphenburg in München lernen Lotte und Melanie diesen seltenen Beruf. Lotte verziert eine moderne Tierfigur, einen Mops, mit abstrakten "Lebensblumen" in der Farbe Purpur. Ob spitze Feder und feine Pinsel: Sie weiß, welches Werkzeug sich für welches Muster am besten eignet. Zum Schluss setzt sie ihre Malernummer auf die Unterseite der vollendeten Figur. Manufakturporzellanmaler: Ein ruhiger Job ohne Hektik und Maschinenlärm. Die Ausbildung dauert insgesamt dreieinhalb Jahre. Abiturienten oder Absolventen der mittleren Reife können ihren Facharbeiterabschluss schon früher erlangen. Die Vergütung während dieser anspruchsvollen Lehrzeit liegt im mittleren Bereich der Handwerksberufe.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 07.02.2022 um 07:00 Uhr auf ARD alpha.