

1632 bestieg Kaiser Fasilidas den äthiopischen Thron. Die Sage erzählt, dass ihm am Tana-See ein Mann erschien, der ihm befahl ein Schloss zu bauen. Ganz in der Tradition seiner Vorgänger, von denen jeder an einem neuen Ort ein Lager errichtet hatte, gehorchte Fasilidas und ließ einen Palast mit vier Ecktürmen und einer großen Repräsentationshalle bauen.
Die Nachfolger Fasilidas, die Gondar-Kaiser, bauen die Stadt Fasil Ghebbi und den Palast weiter aus. Es ist eine Hochzeit der äthiopischen Geschichte, eine Zeit der politischen Geschlossenheit und eine Zeit des hoch entwickelten Handwerks.
Der Film versucht, die Zuschauer in die Rolle eines zeitgenössischen Besuchers schlüpfen zu lassen, der, staunend hin- und hergerissen zwischen der Armut des Landes und der Bewunderung für die Prachtentfaltung eines Herrschers, nach Orientierung sucht. "In ganz Äthiopien gibt es kein Haus, das ihm gleichkommt, denn alles andere an diesem Ort sind nur Nester aus Gras."
Die Nachkommen derer, welche die Paläste von Fasil Ghebbi einst erschaffen haben, leben noch heute in gleicher Armut. Nur an ihren Festtagen, wenn sie an den Glanz vergangener Tage erinnern, sind sie ihren ehemaligen Königen nah. Die wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 06.02.2022 um 06:00 Uhr auf SWR.