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Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Russische Klöster - Sergiev Possad und die Solowetzky-Inseln
Sonntag, 09.01.2022 06:00 Uhr
SWR
Sonntag
09.01.2022
06:00 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Nördlich von Moskau bis hin zur Wolga zieht sich ein Ring von altrussischen Städten und Klöstern. Am berühmtesten ist das Dreifaltigkeitskloster von Sergijew Possad, das "Kloster Sagorsk". Gegründet wurde das Kloster im 14. Jahrhundert vom Heiligen Sergeij von Radonesh, Sohn eines wohlhabenden Bojaren, der gemeinsam mit seinem Bruder Stepan beschloss, in der Wildnis von Radonesh als Mönche in Askese zu leben. Nach und nach bildete sich eine klösterliche Gemeinschaft. 1357 wurde der Mönch Sergeij zum Abt des Klosters, das der Dreifaltigkeit gewidmet war. Sein Kloster wurde zum Vorbild für die Entwicklung des russisch-orthodoxen Mönchtums. Immer wieder musste das Kloster gegen Angreifer und Plünderer verteidigt werden, die Anlage gleicht einer Festung.
Die Solowetzky-Inseln, sechs Inseln im Weißen Meer am Eingang der Onegabucht, sind nur 160 Kilometer vom Polarkreis entfernt. Der Mönch Sawwati und der Einsiedler German waren die ersten, die auf die Inseln kamen. Nach Sawwatis Tod holte German einen Nachfolger nach Solowki, Sosimo, und gemeinsam mit anderen Mönchen begannen sie zu bauen, ein Kloster und Kirchen. Sawwati und Sosimo gingen in die russische Glaubenswelt ein, als die wundertätigen Gründerväter des Solowetzker Klosters. Im 16. Jahrhundert war die Bruderschaft reich geworden, die Holzkirchen wurden ersetzt durch steinerne Bauten, die Verwandlungskathedrale, die Entschlafungskathedrale, das Refektorium.
Im Reich Iwan des Schrecklichen spielte das Kloster auch eine strategische Rolle. 1571 wurden erstmals schwedische Schiffe vor Solowki gesichtet - ein Ausläufer des Kriegs um Livland. Das Kloster, die Bastion Gottes, wurde zur Festung.
Als Alexander Solschenizyn den Begriff Archipel Gulag prägte, dachte er an den Archipel Solowki. Das Lager Solowki war Russlands erstes großes Häftlingslager, das Modell des sowjetischen Lagersystems. Die Klosterfestung hatte auch früher schon als Gefängnis gedient, als orthodoxes Alcatraz, vom Zaren und Patriarch mit Häftlingen beschickt. Viele Jahre gab es kein Haus, keine Kirche und kaum eine Hütte auf den Inseln, in denen nicht Gefangene gepfercht worden wären. Heute leben wieder Mönche auf den Inseln, nach strengen Regeln.
17.07.2005 SWR/SR

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 09.01.2022 um 06:00 Uhr auf SWR.