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Afrika-Logbuch
Donnerstag, 11.11.2021 05:30 Uhr
phoenix
Donnerstag
11.11.2021
05:30 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

ZDF-Korrespondent Timm Kröger berichtete in vielen mein ausland-Produktionen aus seinem riesigen Berichtsgebiet für phoenix, auch in seiner Reihe „Afrika-Logbuch“. Nach acht ereignisreichen Jahren in den Studios Johannesburg und Nairobi heißt es nun Abschied nehmen. Für eine Farewell-Ausgabe stellt er jene Geschichten und Menschen vor, die ihn am meisten beeindruckt haben.
Während einer Drehreise entlang des Sambesi-Flusses traf Timm Kröger Seine Majestät Chief Mukuni, das 19. Oberhaupt der Volksgruppe der Tokalea. Chief Mukuni steuert sein Volk in die Zukunft und wandelt dabei auf einem schmalen Grat. Er will die Vorteile des Tourismus nutzen, ohne die Tradition aufzugeben. Mit den in Afrika so umtriebigen Chinesen kann Mukuni gut. Zwei seiner Töchter studieren in der Volksrepublik.
Der selbsternannte Prophet Bushiri behauptet, den direkten Draht zu Gott zu haben. Seine Anhänger nennen ihn auch ehrfürchtig Major One. Die Menschen glauben ganz offenbar an die Wunder, die der erst 33-Jährige Bushiri immer im perfekt sitzenden Anzug vor laufenden Kameras vollbringt. Wenn er will, sagt Bushiri, kann er dank Gott durch die Luft laufen, so wie angeblich von einem simbabwischen Fernsehteam gefilmt. Vor der ZDF-Kamera jedoch will er das Wunder nicht wiederholen, weil es zu viel Aufregung darum gegeben habe…
Der neue von China mitfinanzierte und gebaute Zug, der durch die archaische äthiopische Landschaft rollt, wirkt wie ein Fremdkörper. Noch aber wird der Fortschritt von Kühen, Ziegen und Kamelen auf den Gleisen immer wieder abgebremst. Das stört die 25jährige Zugbegleiterin Lidia Mekuria nicht. Der Zug schafft Jobs für Einheimische, aber auch für Chinesen. Chinas massives Engagement in Afrika ist längst ein umstrittenes Thema. Die Zugstrecke ist Teil der sogenannten „Neuen Seidenstraße“. Jener Milliarden-Initiative, mit der das Reich der Mitte neue Produktionsstandorte, Märkte und Ressourcen auch in Afrika erschließen will.
Cape Coast Castle in Ghana ist eine jener Festungen, von denen die Sklavinnen und Sklaven nach Amerika verschleppt wurden. Durch eine Tür ohne Wiederkehr mussten sie damals gehen. „The Door of No Return“ aber wurde für Nzali Abraham zur “Tür der Wiederkehr“. Sie wuchs auf in Charlotte in North Carolina, in den Südstaaten der USA, war eine von wenigen Afroamerikaner:innen in der Schule, wie sie erzählt. Damals schon wollte sie den alltäglichen Rassismus, die Benachteiligung hinter sich lassen. „Afrikaner haben geholfen, Amerika zur Supermacht Nummer eins der Welt aufzubauen – zum Nachteil Afrikas, sagt Kohain Halevi von der Panafest-Foundation. „Also möchte der Kontinent, dass Afrikaner zurückkehren.“
Die kenianische Hauptstadt Nairobi ist wegen Corona abgesperrt, internationale Besucher - Fehlanzeige. Für Peter Böheim und die ganze Tourismus-Branche eine extreme Herausforderung. Auch für die Menschen in der Maasai Mara ist das eine schwierige Situation, sagt der 58jährige. Die Tiere aber genießen die Ruhe offenbar. Zwei Landeanflüge muss das Filmteam abbrechen: Erst sind Antilopen, dann Zebras auf der Piste. Beim dritten Mal klappt es - die Tiere haben etwas Platz gemacht. Die Luxus-Camps und Safari-Zelte in der Maasai Mara waren noch nie so leer. Tourguides, Fahrer, Köche, Sicherheitsmänner – viele haben ihre Jobs verloren. Im Nashulai-Schutzgebiet, das die Maasai selbstverwalten und hier auch eine Lodge betreiben, werden bereits Lebensmittel, finanziert durch Spenden, verteilt. Denn die Menschen haben kaum noch Einkommensquellen. Die Folgen der weltweiten Pandemie sind auch in Kenia angekommen.
In Timbuktu lassen sich seit dem Überfall der Djihadisten in 2012 auch keine Touristen mehr blicken. Früher shoppten Ausländer Souvenirs in den Läden der Kunsthandwerker. Der Tourismus war immer ein wichtiger Wirtschaftszweig, eine Möglichkeit hier am Rande der Wüste Geld zu verdienen. Sagenumwobenes Timbuktu – noch immer hat die Wüstenstadt am Rande der Sahara ihren Weg nicht gefunden: Noch hängen ihr die Zeit de
r Islamisten und die Probleme der letzten Jahre nach.
Timm Krögers Farewell-Afrika-Logbuch endet mit der Geschichte des einzigen Eishockey-Teams in Ostafrika. Eishockey am Äquator – das gibt es wirklich und zwar in der Eishalle einer Mall in Nairobi. Zweimal in der Woche trainieren rund zwei Dutzend Adrenalin-Süchtige auf der eigentlich viel zu kleinen Eisfläche. Die meisten hier kannten solche Eisflächen vorher nur aus dem Fernsehen – längst aber sind sie zu den Ice-Lions, den Eis-Löwen, geworden. Die Mannschaft ist ein Querschnitt des urbanen Kenias. Die jungen Frauen und Männer kommen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten, unterschiedlichen Volksgruppen. Beim Eishockey sind sie ein Team. Allerdings könnten sie sich das teure Equipment alleine gar nicht leisten. Der Kanadier Tim Colby, der Initiator des Teams, sorgt dafür, dass durch Sponsoren und Spenden immer genug Ausrüstung da ist. Tim lebt seit neun Jahren in Nairobi, hat hier geheiratet, seinem Nationalsport ist er treu geblieben. Wann immer er in Kanada weilt, packt er die Koffer voll mit Schlittschuhen, Schlägern, Helmen und Pucks. Die Leidenschaft der kenianischen Spieler ist es wert, sagt er.
In „mein ausland“ berichten ARD- und ZDF-Korrespondenten über ihre Eindrücke, Erlebnisse und Besonderheiten in „ihren“ Ländern und Regionen: Ob die langen Sandstrände von Marokko, das Lebensgefühl in Brooklyn oder der bedrohte Regenwald am Amazonas – „mein ausland“ zeigt die Vielfalt der Kontinente und Länder. Auch Krisenregionen werden besucht, die politische Situation beleuchtet, die Menschen in ihrem Alltag begleitet. Die 45-minütigen Reportagen werden exklusiv für phoenix produziert. Sie bieten tiefe Einblicke in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft anderer Länder und Kontinente und helfen, die politischen Ereignisse und Krisen in der Welt besser zu verstehen.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 11.11.2021 um 05:30 Uhr auf phoenix.