

Vom 17.-19. September werden in Russland die 450 Abgeordneten der Duma, des russischen Parlaments gewählt. Umfragen sagen der Regierungs-Partei "Einiges Russland" zwar erneut die Mehrheit voraus, dennoch liegt deren Prognose nur bei einer Zustimmung von unter 30 Prozent - rund zehn Prozent weniger als 2016. Der 68-jährige Staatschef Putin regiert seit 1999 ununterbrochen, entweder als Präsident oder Ministerpräsident.
Viele Oppositionskandidaten sind schon im Vorfeld ausgeschlossen worden, darunter Verbündete des inhaftierten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny. Die Abstimmung erfolgt seit der jüngsten Verfassungsänderung über mehrere Tage. Das erschwert das Beobachten und erleichtert das Schummeln, meinen Kritiker. Die OSZE hat ihre Teilnahme bereits abgesagt, da der Kreml nur 60 von 500 Wahlbeobachtern zulassen wollte.
Auch die unabhängige Presse hat es zunehmend schwer: Alle die von der staatlichen Linie abweichen, stehen unter Druck, sogar Künstlerinnen und Künstler sind betroffen. Putins Vorbild scheint in dieser Hinsicht der belarussische Diktator Lukaschenko zu sein. Unter Druck steht aber auch Putin selbst: Die Inflation liegt bei 6,5 Prozent, die Preise für Lebensmittel steigen stark. Neben den wirtschaftlichen gibt es auch massive Umweltprobleme: Verheerende Brände in Sibirien haben mehr als 17 Millionen Hektar Wald zerstört mit Rauch bis zum Nordpol.
Film von Christian Semm
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 06.10.2021 um 14:45 Uhr auf phoenix.