

Im September steht in Costa Rica die alljährliche Arribada an, bei der Hunderttausende olivgrüne Schildkröten zu ihrem Geburtsstrand zurückkehren, um dort ihre Eier abzulegen. Dass sie es dabei schaffen, aus teils mehreren Tausend Kilometern Entfernung jedes Jahr den gleichen Küstenstreifen wiederzufinden, scheint ein Ding der Unmöglichkeit.
Für die Reptilien bietet das Meer jedoch zahlreiche Anhaltspunkte, deren Bedeutung der Mensch erst langsam begreift. Einer dieser Wegweiser ist möglicherweise die vor der kolumbianischen Küste gelegene Insel Malpelo, die Spitze eines über 3.000 Meter in die Tiefe reichenden vulkanischen Meeresrückens. Obwohl die Insel nur ein kleiner Punkt in den Weiten des Ozeans ist, kommen dort immer wieder Hunderte Haie aus dem gesamten Pazifik zusammen.
Auch ein Rätsel in den Tiefen vor der japanischen Insel Amami-Oshima konnte gelöst werden. 1995 hatten Taucher dort auf dem Meeresboden filigran in den Sand gezeichnete, kreisrunde Motive entdeckt. Sobald sie von den Strömungen verwischt wurden, entstanden ganz in der Nähe neue. Nach über zehn Jahren Ungewissheit haben Wissenschaftler nun den "Künstler" ausfindig gemacht und damit gleich eine ganz neue Art entdeckt.
Im Pazifik findet man auch "lebende Fossilien" wie die Pfeilschwanzkrebse, die sich seit 450 Millionen Jahren so gut wie nicht weiterentwickelt haben. Manche dieser vorsintflutlichen Wesen stehen in der Welt von heute riesigen Herausforderungen gegenüber.
Im Frühjahr lässt sich bei Vollmond ein ganz besonderes Naturschauspiel in der Bucht von Toyama in Japan beobachten. Dann steigen bis zu einer Milliarde Leuchtkalmare aus den Tiefen auf. Ihr einzigartiges Leuchten gibt den Forschern bis heute Rätsel auf. Vor der Küste Kanadas taucht einer der Pioniere der Tiefseeforschung in das Dunkel der Urgeschichte: Phil Nuytten steigt in 150 Meter Tiefe ab, wo er in einem versteckten Riff direkte Nachfahren der allerersten Mehrzeller zu finden hofft.
Film von Craig Meade
Der Pazifische Ozean ist das größte, wasserreichste und tiefste der Weltmeere. Er nimmt ein Drittel der Erdoberfläche ein und ist damit größer als alle Landflächen der Erde zusammengenommen. Seine Wassermassen machen die Hälfte allen Wassers auf der Erde aus. Und selbst an den tiefsten Stellen unter dem Meeresspiegel tummelt sich maritime Fauna - bekannte Meeresriesen ebenso wie noch unentdeckte Tierarten.
Für "Big Pacific" haben mehrere Filmteams den Ozean ergründet, um mit ihren atemberaubenden Bildern von seltenen Arten und erstaunlichen Verhaltensformen, von abgelegenen Regionen und faszinierenden Naturphänomenen die Grenzen zwischen Land und Wasser auszuloten. Die Dokumentationsreihe zeigt den Pazifischen Ozean und seine faszinierenden Bewohner in nie dagewesener Präzision.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 13.09.2021 um 06:45 Uhr auf phoenix.