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Höhmühlbach
Sonntag, 05.09.2021 18:07 Uhr
SWR
Sonntag
05.09.2021
18:07 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Höhmühlbach liegt in der Westpfalz, etwa zehn Kilometer nordwestlich von Pirmasens. 850 Menschen leben in der Gemeinde im Schwarzbachtal. 1969, im Zuge der Verwaltungsreform, wurde das Dorf ein Ortsteil von Rieschweiler-Mühlbach. Das "Höh" blieb damals auf der Strecke. Das ärgerte viele im Dorf, aber man nahm es als gegeben hin. 2013, befeuert durch einen Zeitungsbericht, in dem Höhmühlbach als "Geisterdorf" bezeichnet wurde, kam die Wende. Doch "die Geister, die man rief", wehrten sich. Eine Initiative kämpfte dafür, dass Höhmühlbach nun wieder ganz offiziell Höhmühlbach heißen darf und das ist nun wieder auf dem Ortsschild und am Bahnhof zu lesen. Höhmühlbach liegt am Schwarzbach, der sich auf einer Länge von rund einem Kilometer am Ortsrand entlang schlängelt. Umso aktiver sind die Menschen, die an seinem Ufer leben.
Etwa Axel Stuppy, ein Schuhfabrikant. Sein Vater gründete in den 1950er Jahren eine Schuhfabrik. Kinder, Damen - und Herrenschuhe stellten sie damals her, wie so viele Fabriken in der Westpfalz. Die meisten sind inzwischen Geschichte. Axel Stuppy hingegen spezialisierte sich auf Wohlfühlschuhe und Schuhe für Diabetiker*innen mit speziellen Fußbetten - ein Nischenmarkt. Die Produktion ist in Portugal und bis heute auch noch in Höhmühlbach.
Sehr aktiv geht es auch in einer Mühle am Schwarzbach zu. Familie Isemann betreibt sie seit mehr als 200 Jahren. Der Grund, dass sie hier das große Mühlensterben überlebten, liegt darin, dass die Familie schon Mitte der 1980er Jahre auf "Bio" umstellte und fast gleichzeitig einen Mühlenladen eröffnete. Mit Daniel Isemann ist die siebte Generation in Sachen Mehl aktiv.
Ein Betrieb, in dem es normalerweise sehr aktiv zugeht, ist zurzeit weitgehend lahmgelegt - der Showservice von Frank Serr. Sein Unternehmen gehört zu den ganz Großen in der Branche. Musicals wie "Hair", "Saturday Night Fever" und Hape Kerkelings "Kein Pardon" stellte und stellt er mit seinem Team auf die Beine. Organisation der Künstler*innen, Choreografie, Technik alles liegt in seiner Hand - ein international agierendes Unternehmen - bis das Corona-Virus kam. Doch der Firmenchef versinkt nicht in Depression. Kurzerhand hat er aus dem Haus, in dem normalerweise die Künstler*innen nächtigen und proben, ein Hotel gemacht - mit Musical-Themenzimmern.
Höchst aktiv ist auch der örtliche Heimatverein. Seine Mitglieder*innen lassen sich immer etwas Neues einfallen. Ein Beispiel dafür ist "Sellemols", was so viel wie "Damals" bedeutet. Hinter diesem Mundartbegriff verbirgt sich eine nette Idee. Großformatige historische Fotos stehen vor einigen Häusern des Ortes und erinnern an Menschen und deren Leben in längst vergangenen Zeiten.
Autor: Bernd Schwab

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 05.09.2021 um 18:07 Uhr auf SWR.