

Die ersten gigantischen Buddhafiguren sind Porträts der Wei-Kaiser. So verehrte das Volk Gott und Kaiser zugleich. Nur ein knappes halbes Jahrhundert wurde in Yungang gearbeitet, dann verlegten die Wei ihre Hauptstadt nach Luoyang, wo sie wieder Buddhahöhlen, die Longmen-Grotten anlegen ließen. In den ältesten Grotten von Yungang sieht man noch, dass der Buddhismus eine weltabgewandte Erlösungslehre war: Die Buddha-Statuen sind mit schlichten, eine Schulter freilassenden Tüchern bekleidet, haben einen entrückten, unnahbaren Ausdruck, ihre Jünger tragen indische Gesichtszüge mit langen Nasen. Der Buddhismus hat schnell viele Vorstellungen aus dem alten chinesischen Geisterglauben und aus dem Daoismus absorbiert. Die Gläubigen brauchten Bilder für ihre Verehrung und ihre Riten. In den späteren Höhlen bevölkert eine Vielzahl von Heiligen und Musikern das buddhistische Pantheon. Die Darstellungen werden bewegter, bunter, die Figuren kleiner, menschlicher. Die Buddhas haben jetzt einen freundlichen oft barmherzigen Ausdruck. In Yungang hat der Buddhismus sein chinesisches Gesicht bekommen.
Die wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 28.08.2021 um 19:15 Uhr auf ARD-alpha.