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Länder-Menschen-Abenteuer

Unterwegs in Kanada: Der Nordwesten
Dienstag, 10.08.2021 21:00 Uhr
ARD-alpha
Dienstag
10.08.2021
21:00 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Mitten im Nichts befindet sich plötzlich Leben! In einer endlosen Weite aus Kiefern, die auf kargen Felsen wachsen, taucht eine Stadt auf: Yellowknife. 20.000 Menschen leben hier, in der Hauptstadt der Northwest Territories, Kanada. Unter ihnen zum Beispiel Matthew Gordono, Erfinder. Er hat schon alles Mögliche und Unmögliche in seinem Leben gemacht. In Nova Scotia hat er Autos repariert, in Toronto Kessel geschmiedet. Matthew schlägt sich so durch. Jetzt betreibt er einen Glas-Recycling-Laden in Yellowknife. Die Stadt zieht Abenteurer und Glücksucher magisch an, obwohl die Sommer, in denen es viele Mücken gibt, kurz sind, und die Winter lang und kalt. Sie sind so kalt, dass der Diesel flockt und zu Margarine wird. Matthew kommt eigentlich aus England. Als er Kind war, sind seine Eltern mit ihm nach Kanada ausgewandert.
Überhaupt sind fast alle Einwohner dort Auswanderer. Auch Walt Humphries verschlug es vor 40 Jahren nach Yellowknife. Er folgte dem Lockruf des Goldes. Bis vor Kurzem gab es dort zwei große Minen, in denen Matthew als Mineral-Prospector gearbeitet hat. Er war in diesem Job zuständig für das Aufspüren von Claims. Jetzt ist er 60 und sucht privat nach Gold, hat seine eigenen Claims draußen im endlosen Busch. Er wartet auf den ganz großen Fund.
Joe McBrian wurde in Yellowknife geboren. 70 Jahre alt ist er nun und sitzt immer noch selbst hinterm Steuerknüppel eines Flugzeuges. Seine Maschine, eine DC-3 aus dem Zweiten Weltkrieg, ist nur wenig jünger als er. Mit ihr fliegt er Linie, zweimal täglich von Yellowknife nach Hay River, quer über den Great Slave Lake. Seine eigene Fluggesellschaft heißt Buffalo Air und ist längst eine kanadische Berühmtheit. Flugzeugenthusiasten aus der ganzen Welt besuchen "Buffalo Joe" und seinen Flugzeugpark. Es sind allesamt Maschinen, die mindestens 50 Jahre auf dem Buckel haben, aber immer noch treue Dienste leisten.
Am Ostende des riesigen Great Slave Lake, abgeschieden und nur mit Flugzeug oder Boot erreichbar, liegt Lutsel K'e. Hier leben die Ureinwohner Kanadas, Indianer vom Stamm der Dene. Sie lebten schon immer hier und nennen sich jetzt First Nations, denn sie waren die ersten, die dieses Land besiedelten. Jeder zweite Einwohner in Lutsel K'e heißt Catholique mit Nachnamen. Den "katholischen" Nachnamen haben ihnen vor 100 Jahren die Missionare verpasst. Fast alle hier sind irgendwie miteinander verwandt. Wie alle Dene-Indianer hat auch Joseph Catholique die Statuscard. Dieser Ausweis erlaubt ihm, sich so frei in den Northwest Territories zu bewegen wie seine Vorfahren. "Ich kann Bäume fällen, Bären schießen, Karibus jagen, Fische fangen so viel und so oft ich will", sagt Joseph, "weil ich zum Stamm der Dene gehöre!" Wenn ihm mal langweilig wird, in der Einsamkeit von Lutsel K'e, dann nimmt er sich sein Motorboot und fährt in die Hauptstadt. Sechs Stunden dauert die Fahrt über den Großen Sklaven See nach Yellowknife, dem Vorposten der westlichen Zivilisation in der kanadischen Tundra.
Film von Steffen Schneider

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 10.08.2021 um 21:00 Uhr auf ARD-alpha.