

Kroatien: Partylaune statt Vorsicht? Autor: Christian Limpert Die erste spontane Party hat bereits stattgefunden: Auf einem Food-Festival in Split tanzten und feierten über 1000 Menschen ausgelassen in einem Park ganz in der Nähe des Strandes, keine Abstände, keine Masken. Unter den Feierenden waren internationale Studierende sowie Touristen. "Endlich wieder Freiheit!", riefen sie. Nicht ganz so euphorisch, aber doch optimistisch zeigen sich Hoteliers. Die Zahl der Buchungen ab Juli hat massiv zugenommen. Vor allem bei deutschen Urlauber*innen ist die Nachfrage größer als vor der CoronaKrise. Um neue Hotspots zu vermeiden, gelten in Hotelanlagen oder auf den beliebten Ausflugsjachten strenge Abstands- und Hygieneregeln. Doch egal wo, ab einer gewissen Menge an Gästen ist das Einhalten der Maßnahmen nur noch schwer zu kontrollieren. Frankreich: selbstständig leben im Alzheimer-Dorf Dax Autorin: Sabine Rau Ein typisches Dorf in Südfrankreich: ein Marktplatz mit Bistro, Friseur, ein Lebensmittelladen, ein kleiner Park mit See und Eseln. Und doch kein Dorf wie jedes andere, denn hier leben 120 Alzheimerpatient*innen, so weit wie möglich selbstständig. Niemand wird eingesperrt, alle können sich frei bewegen. Es handelt sich um ein staatlich gefördertes Pilotprojekt. Das Ziel: Demenzerkrankten und Alzheimerpatient*innen, so lange es geht, ein aktives Leben zu ermöglichen. Sie gehen einkaufen im Dorfladen, zum Friseur, zur Gymnastik oder in den Gemüsegarten. Betreuung gibt es rund um die Uhr. Sabine Rau hat Marie-Christiane getroffen: Sie ist 84 und lebt seit einem Jahr im Alzheimer-Dorf im südfranzösischen Dax. Singapur: Keine Zeit für Beziehungen und Kinder? Autorin: Sandra Ratzow Zu beschäftigt für die Liebe? In Singapur sind die Geburtenraten seit Jahren zu niedrig. 2020 hatte der Inselstaat eine Geburtenrate von 1,2 Kindern pro Frau. Damit sich jedoch die Bevölkerung ohne Einwanderung ersetzen kann, sollten Frauen durchschnittlich 2,1 Babys zur Welt bringen. Laut Experten liegt die Hauptursache für die niedrigen Zahlen des Landes daran, dass zu wenig geheiratet wird. Viele junge Leute sind zu beschäftigt, um den passenden Partner kennenzulernen. Gerade auf Männern lastet immer noch ein tief verwurzelter sozialer Druck, erst einmal Karriere machen zu müssen, um dann später die Familie ernähren zu können. Im teuren Stadtstaat Singapur kein leichtes Spiel. Für Frauen hingegen liegt der Hauptgrund, ledig zu bleiben darin, dass sie nicht mehr heiraten müssen, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen. Singapur hat einen hohen Bildungsstand und mehr Frauen als Männer studieren an einer Hochschule. Heiraten ist für sie also keine Notwendigkeit mehr. Doch wie kann man dem Trend entgegenwirken? Singapur versucht es mit satten finanziellen Anreizen fürs Kinderkriegen. Pakistan: Ausbildung zum Dschihad Autoren: Peter Gerhardt, Oliver Feldforth In Pakistan bildet eine staatlich finanzierte Schule islamistische Extremisten aus dem Nachbarland Afghanistan aus. Wichtigstes Ziel: Afghanistans Rückverwandlung in einen fundamentalistischen Gottesstaat. Wenn Maulana Yousaf Shah auf die Bedeutung seiner Universität angesprochen wird, gerät er ins Schwärmen: "Unsere Absolventen haben schon Russland in Stücke geschlagen. Und jetzt haben wir es geschafft, dass auch die USA die Koffer packen." Er ist einer der einflussreichsten Lehrer des Haqqania-Seminars, einer religiösen Universität, die den Beinamen "Kaderschmiede des Dschihad" durchaus mit Stolz trägt. Fast alle Führer der afghanischen Taliban haben irgendwann hier die Schulbänke gedrückt. In Akora Khattak, einer Kleinstadt im Nordwesten Pakistans rund 100 Kilometer von der afghanischen Grenze entfernt. Offiziell werden die 6000 Studierenden auch in Wirtschaft oder Politik unterrichtet, doch der Fokus ist die äußerst strikte Auslegung des Islam. Afghanistan: ungewisse Zukunft der Frauen Autorin: Sibylle Licht Marzia Akbari war Chefredakteurin eines Lokalsenders im Norden Afghanistans.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 03.07.2021 um 16:30 Uhr auf tagesschau24.