ESC zum Schließen · Enter zum Suchen

Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Pilgerstätten in Ägypten - Das Katharinenkloster und Abu Mena
Sonntag, 16.05.2021 06:00 Uhr
SWR
Sonntag
16.05.2021
06:00 Uhr
Teilen:

Das Kloster ist ein griechisch-orthodoxes Zentrum, das seit dem 6. Jahrhundert besteht. Mohammed, arabische Kalifen, türkische Sultane und Napoleon, die ägyptischen Könige und die heutigen Staatspräsidenten - alle stellen das Kloster unter ihren Schutz und bewahren es so vor Plünderung und Zerstörung. Festungsartig liegt St. Katherina im steinernen Meer der Sinai Wüste wie eine unerschütterliche Insel. Die Basilika ist mit Ikonen von unschätzbarem Wert geschmückt, die Bibliothek ist neben dem Vatikan die wertvollste Schriftensammlung der Glaubensgeschichte. Wenn sich jede Nacht Karawanen von Pilgern aus aller Welt auf den Weg machen, den heiligen Berg Moses zu besteigen und die Beduinen, die seit jeher hier leben zur Hilfe kommen, rücken die Völker und die verschiedenen Kulturen und Glaubensrichtungen zusammen, in der Hoffnung auf ein göttliches Zeichen. Das Kloster St. Katherina am Berg Moses, wo sich Himmel und Erde berühren.
Abu Mena war der größte christliche Pilgerort in Ägypten. Das "Lourdes des christlichen Altertums", so wird es von den Wissenschaftlern genannt, entstand im fünften Jahrhundert. Der heilige Menas war ein römischer Legionär, der unter dem römischen Kaiser Diokletian als christlicher Märtyrer starb. Der Legende nach wurde er in der Wüste Ägyptens nahe Alexandria begraben. An seinem Grabe entwickelte sich ein Pilgerzentrum, das bis zum Beginn des siebten Jahrhunderts ausgebaut wurde. Die Pilger kamen aus allen christlichen Ländern in die "Menastadt" und brachten Ampullen mit heilendem Öl bis nach Deutschland.
Mit dem Siegeszug des Islam geriet die Stadt im elften Jahrhundert in Vergessenheit. Eintausend Jahre war die Stadt im Wüstensand vergraben. Erst 1905 fand der Frankfurter Archäologe Kaufmann den Ort. Für ägyptische Christen, die Kopten, ist Abu Mena seit der deutschen Ausgrabung wieder der wichtigste christliche Wallfahrtsort. Doch wie lange diese ehemalige Pilgerstadt für die Wallfahrer offen bleibt, ist ungewiss. Die ehemalige Wüstenlandschaft ist heute von Kanälen durchzogen. Der Nil wird von der ägyptischen Regierung kanalisiert. Das Wasser soll Arbeitsplätze und Wohlstand für die Region bringen. Doch es überschwemmt Abu Mena. Die Mauern versalzen durch das ansteigende Grundwasser. Die unterirdischen Bauten, die einst von den Archäologen freigelegt, wurden wieder zugeschüttet. Es herrscht Einsturzgefahr. Das Unesco-Denkmal Abu Mena steht auf der roten Liste. Es ist nur durch ein Ende der Nil-Kanalisierung zu retten.
Die wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern.
Ein Film von Horst Brandenburg und Wolfram Giese.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 16.05.2021 um 06:00 Uhr auf SWR.