ser Dokumentation geht es um eine Generation junger Männer, die in den 60er- und 70er-Jahren den Polizeiberuf wählten und folglich bei den hitzigen und gefährlichen Auseinandersetzungen ihrer Zeit immer mittendrin waren. Thomas Schneider erzählt anhand beispielhafter Lebensläufe und ausgewählter Ereignisse, durch die sich das Leben der Polizisten entscheidend und dramatisch veränderte. Der Film bricht bewusst mit einer in jenen Jahren etablierten Sichtweise, die Polizisten zumeist nur als anonyme Masse wahrnimmt. In der öffentlichen Wahrnehmung und Darstellung von "68" und den Folgen stehen traditionell einerseits die studentische Protestbewegung, die verschiedenen terroristischen Gruppen und ihr Unterstützermilieu, andererseits natürlich auch politische Akteure im Mittelpunkt. Dieser Film erzählt die Geschichte derjenigen, die als junge Polizisten die späten 60er- und die 70er-Jahre miterlebt haben. Er zeigt, welche Auswirkungen die Herausforderungen durch Proteste und Terrorismus auf Polizeibeamte und Polizeibehörden hatten. Nicht zuletzt erzählt der Film davon, wie die Polizei sich in jenen Jahren veränderte.
Die Jagd nach der RAF Die wahre Geschichte Film von Uli Weidenbach Jahrzehntelang hält die RAF die Bundesrepublik in Atem. Und die Jagd auf die Mitglieder der RAF ist noch immer nicht vorbei. "ZDF-History" erzählt die Geschichte des verzweifelten Kampfes gegen den Terror und zeigt die dramatischen Schicksale von Fahndern und Ermittlern, die versuchten, das Blutvergießen zu beenden. Fahnder von Bundeskriminalamt, Verfassungsschutz, Bundesanwaltschaft und GSG 9 gehen mit Autor Uli Weidenbach auf eine sehr persönliche Zeitreise. Erstmals geben sie Einblicke in die Festnahmen von Top-Terroristen wie Andreas Baader, Christian Klar oder Birgit Hogefeld. Dabei kommen auch fatale Pannen der Fahndung ans Licht. Nicht selten führte die Jagd auf die Terroristen die Ermittler an die Grenze ihrer Belastbarkeit. Unter der permanenten Gefahrenlage und dem Katz-und-Maus-Spiel mit den Linksterroristen litten nicht zuletzt auch ihre Familien. In "ZDF-History" geben nun erstmals Angehörige und Freunde Einblick in die private Gefühlswelt der RAF-Jäger, die geprägt war von Angst und Opferbereitschaft.
ZDF-History Der Fall Rohwedder Film von Anne Kauth und Bernd Reufels Ostermontag, 1. April 1991: Detlev Karsten Rohwedder wird im Arbeitszimmer seines Düsseldorfer Wohnhauses erschossen. Aus einem gegenüberliegenden Schrebergarten - aus einer Distanz von 63 Metern. Rohwedder war zum Zeitpunkt seines Todes Chef der größten Holding der Welt - der Treuhandgesellschaft in Berlin, deren Aufgabe darin bestand, die rund 8.000 DDR-Betriebe nach der Wende zu privatisieren. Die Hintergründe der Tat liegen bis heute im Dunkeln. Die Mörder wurden bis heute nicht gefasst - nicht einmal die Namen der Täter sind bekannt. Vieles ist ungereimt an diesem Verbrechen: So war ausgerechnet das Arbeitszimmer des Treuhandchefs nicht mit schussfestem Glas gesichert worden. Klare Hinwei
auf ein bevorstehendes Attentat hätten aufmerksam machen können, wurden ignoriert. Noch kurz vor dem Attentat wurde die Sicherheitsstufe, in der sich Rohwedder zu diesem Zeitpunkt befand, sogar herabgesetzt. Und dann die Spurenlage: keine Fingerabdrücke, keine Reifenspuren, kein Fluchtfahrzeug. Es gibt so gut wie keine Anhaltspunkte, wer hinter der Tat stehen könnte. Am Tatort findet die Polizei ein Bekennerschreiben der RAF, der Rote-Armee-Fraktion. Auch eine weitere Spur führt zur RAF: Als ein am Tatort gefundenes Haar - zehn Jahre nach der Tat - kriminaltechnisch auf DNA-Spuren untersucht werden kann, lässt sich eine Übereinstimmung mit der DNA von Wolfgang Grams feststellen. Grams gehört zu den führenden Mitgliedern der dritten Generation der RAF. Die Ermittler stellen sich die Frage: War Grams in der Lage, einen solchen Präzisionsschuss auszuführen wie den, der Rohwedder tödlich traf? Oder wurde am Tatort eine falsche Spur gelegt? War vielleicht etwa die Staatssicherheit der ehemaligen DDR in den Fall verwickelt? Der Film rollt den "Fall Rohwedder" noch einmal neu auf - untersucht die Hintergründe des Attentats, wertet geheime Akten aus und spürt den möglichen Tätern nach. Gemeinsam mit Ermittlern, Experten und prominenten Zeitzeugen wie Lothar de Maizière, Wolfgang Schäuble und Theo Waigel rekonstruiert die Dokumentation ein ungewöhnliches Verbrechen.
Der Fotograf Roger Melis Chronist der Ostdeutschen Film von Pamela Meyer-Arndt Roger Melis ist einer der Großen des ostdeutschen Fotorealismus. Stets war er mit nüchternem Blick auf der Suche nach dem, was "wahr" war. Er mochte nicht, wenn der Fotograf im Vordergrund stand, nie wollte er sich als Künstler exponieren. Es war das Fernweh, das den jungen Roger Melis dazu brachte, sich für den Beruf des Fotografen zu entscheiden. Nach der Fotografenlehre heuerte er zunächst bei der DDR-Fischereiflotte an. Hier entstanden seine ersten Fotoreihen. Als er mit der Kamera in die Welt ziehen wollte, wurde die Mauer gebaut. Frustriert plante er seine Flucht, doch seine Familie beschwor ihn, aus Angst vor Repressionen, zu bleiben. Melis blieb in der DDR und trieb sein fotografisches Schaffen mit Aufträgen für Zeitschriften und freien Arbeiten voran. Schließlich durfte er sogar nach West-Berlin reisen. Später fotografierte er seinen Sehnsuchtsort Paris. Wie so viele Künstler und Intellektuelle glaubte er, an einer allmählichen Liberalisierung des SED-Staates mitwirken zu können. Doch diese Hoffnung wurde nicht eingelöst. Obwohl Roger Melis in der alternativen Kunstszene gut vernetzt war, versank er Ende der 80er-Jahre immer mehr in Melancholie, die er nicht abzuschütteln vermochte. In seinen Reportagen zeigte Roger Melis den Alltag, die Arbeits- und Lebensbedingungen und die politischen Rituale im realen Sozialismus. Machte er eine Reportage, gab es auch immer wieder Bilder, die nicht veröffentlicht werden durften. 2007 - zwei Jahre vor seinem Tod - veröffentlichte er den Fotoband "In einem stillen Land".
ffentlichte Bilder und schuf ein umfassendes Porträt der DDR und ihrer Bewohner.
In "phoenix history" erinnern wir an herausragende historische Ereignisse und Entwicklungen, mit deren Vermittlung und Einordnung phoenix einen wichtigen Beitrag zur Meinungsbildung leistet. Von der Antike bis zur aktuellen Zeitgeschichte spannt sich der Erinnerungsbogen. Auf diesen historischen Zeitreisen zeigen wir klassische Dokumentationen, Reportagen im Stil einer historischen Spurensuche bis hin zu großen zeitgeschichtlichen Doku-Dramen. Mit dieser Vielfalt der Formen wollen wir komplexe Themen besser verständlich machen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 21.03.2021 um 00:00 Uhr auf phoenix.