Wer Schokoküsse heute noch N-Küsse nennt, outet sich als sprachlich unsensibel und rassistisch: Denn die Verwendung des N-Wortes für Schwarzafrikaner*innen gilt heutzutage auch laut Duden als abwertend, ebenso wie die Bezeichnung "Zigeuner" (korrekt: Sinti und Roma) oder "Eskimo" (korrekt: Inuit). Genauso wichtig für Gleichberechtigung ist die sprachliche Gleichbehandlung der Geschlechter: Bei Stellenausschreibungen steht heute neben der Bezeichnung der Stelle deshalb ein m/w/d - männlich/weiblich/divers.
Die RESPEKT-Reportage stellt die Frage, was für und gegen solche Differenzierungen spricht und zeigt, welch massive Auswirkungen diskriminierende Sprache haben kann.
Politische Korrektheit - ab 1980 in den USA
Der Begriff "Political Correctness" oder deutsch "Politische Korrektheit" taucht in den 1980er-Jahren in den USA auf: Kalifornische Studierende forderten, dass "nicht nur Lehrbücher toter, weißer, europäischer Männer verwendet werden sollten, sondern auch zeitgenössische Werke und die von weiblichen Autoren". Die Bewegung fand auch Unterstützer*innen außerhalb der Universitäten.
"Worte können mehr verletzen als Ohrfeigen"
Auch bei Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen sollen feinfühligere Begriffe wie "Menschen mit Behinderung" oder "Förderschüler*innen" dafür sorgen, dass sich Menschen nicht gekränkt oder beleidigt fühlen. Grundsätzlich gilt: Von Diskriminierung Betroffene reagieren sehr viel sensibler darauf, wie sie bezeichnet werden als andere. Im Zweifelsfall also am besten vorab googeln, wie die korrekte Bezeichnung lautet oder nachfragen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 10.03.2021 um 11:30 Uhr auf ARD-alpha.