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phoenix history

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland
Sonntag, 21.02.2021 14:00 Uhr
phoenix
Sonntag
21.02.2021
14:00 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Darin enthalten die Dokumentationen:

* "Exodus? - Eine Geschichte der Juden in Europa"

Film von Gero von Boehm, Peter Hartl und Susanne Utzt
Zu Beginn der ersten Folge begibt sich Prof. Christopher Clark auf Spurensuche in Israel. Mit dem Tempel Jahwes in Jerusalem, dessen bekanntester Rest die berühmte Klagemauer ist, entstand in der Antike das religiöse und politische Zentrum der Juden. Die vor Jahrzehnten bei Qumran am Toten Meer gefundenen Schriftrollen sind ein weiterer Schlüssel zum Verständnis jüdischer Kultur.
Israelische Archäologen und Restauratoren erläutern Clark die uralte, tiefgreifende Beziehung zwischen diesen Texten und der Geschichte der Juden. Die Tora wurde zum Kern jüdischer Identität, vor allem nach der Eroberung Jerusalems durch die Römer und der Zerstörung des Tempels.
Seitdem bildet die Heilige Schrift die große Klammer, die das jüdische Volk in der Diaspora zusammenhält, sie wurde zum "portativen Vaterland", wie der Dichter Heinrich Heine bemerkte, einer Heimat zum Mitnehmen. Sie hat die Wanderschaft der Juden über alle Zeiten und Kontinente hinweg bis heute begleitet.

* "ZDF-History: Ein deutscher Held - Fredy Hirsch und die Kinder von Auschwitz"

Film von Winfried Laasch und Stefan Mausbach
Tausenden Kindern wird er zum Hoffnungsträger, Hunderten zum Lebensretter: der jüdische Deutsche Fredy Hirsch. "ZDF-History" blickt auf eines der letzten Rätsel des Holocaust.
Als Pfadfinder kümmert sich Fredy Hirsch schon früh um jene, die den Repressalien der Nazis am hilflosesten gegenüberstehen: jüdische Kinder und Jugendliche. Zunächst in Düsseldorf, später in Prag, dann im Ghetto Theresienstadt und am Ende in Auschwitz.
Dort trifft am 7. September 1943 ein Transport aus Theresienstadt ein, der bis heute Rätsel aufgibt. Denn erstmals lassen die Nazis alle Deportierten am Leben, unter ihnen auch Fredy Hirsch. Männer, Frauen und Kinder - alle bleiben zusammen und werden in einem neu errichteten Abschnitt der Mordfabrik untergebracht: dem sogenannten Familienlager. Ob es möglicherweise eingerichtet wurde, um Vertreter des Roten Kreuzes zu täuschen, ist bis heute unklar.
Fredy Hirsch gelingt es, der SS einen eigenen Block für die Kinder abzutrotzen. Nur wenige Meter von den Gaskammern entfernt entsteht eine unbegreifliche Gegenwelt, in der er Grauen, Schmutz und Elend von seinen Schützlingen fernhalten will. Doch im März 1944 geht das Gerücht um, dass alle, die mit Fredy Hirschs Transport nach Auschwitz kamen, vergast werden sollen, auch die Kinder.
Die todgeweihten Familien denken an Widerstand und bestimmen Fredy Hirsch zu ihrem Anführer. Doch bevor es zum Aufstand kommen kann, stirbt er. War es Selbstmord oder Mord? Neue Dokumente und Zeitzeugenaussagen erhellen ein bislang ungeklärtes Kapitel des Holocaust.

* "Ultraorthodoxe Aussteiger - Neues Leben für Juden in Deutschland"

Film von Theresa Breuer und Vanessa Schlesier
Weltweit leben mehr als 1,3 Millionen Juden in ultraorthodoxen Gemeinschaften. Eine Art Parallelwelt, in der allein die Regeln Gottes zählen. Jeder Aspekt des Alltags ist klar geregelt: Die Frauen kümmern sich um Haushalt und Kindererziehung, die Männer widmen ihr Leben dem Studium der Religion.
Schätzungen zufolge verlassen allein in Israel zehn Prozent der Juden ihre streng religiöse Gemeinschaft, Tendenz steigend. Vor allem junge Erwachsene fliehen, überraschenderweise nach Deutschland.
Akiva Weingarten wächst in einem New Yorker Vorort auf, bei den Satmarern, einer ultraorthodoxen jüdischen Sekte. 2014 macht er einen radikalen Schnitt. Er verlässt seine Frau und seine drei Kinder und beginnt in Berlin ein neues Leben. Ohne Familie, ohne Kreditkarte und Konto - und ohne je einen Beruf erlernt zu haben. Mittlerweile ist um ihn herum eine freie Gemeinschaft aus ehemaligen Ultraorthodoxen entstanden, denen der Rabbiner mit lebenspraktischen und auch theologischen Fragen hilft. Aussteiger Moshe Barnett und David Lamberger leben erst seit ein paar Monaten zusammen in einer WG in Dresden. Si
e suchen nicht nur ein neues Leben, sondern auch ein neues Verhältnis zu Gott.

* "Von Chuzpe und Schmonzes - Jüdischer Witz als Waffe der Wehrlosen?"

Film von Christoph Wittmann
Im März steht das jüdische Purim-Fest an. Dann heißt es, ähnlich wie im Fasching, verkleiden, trinken, feiern! Witz und gute Laune sind aber nicht nur auf einige Tage im Jahr beschränkt.
Jüdischer Humor zieht sich als eine Lebenseinstellung quer durch Alltag, Kultur und Religion. Dabei steht ein schier unerschöpfliches Arsenal an Witzen und Pointen zur Verfügung, das sich über viele Jahrhunderte auch als Selbstverteidigungsstrategie entwickelt hat.
Was macht ihn aus, den jüdischen Humor, diese Mischung aus beißender Selbstironie, fatalistischem Galgenhumor und immer wieder Chuzpe, die sympathisch vorgetragene Frechheit. Was bedeutet jüdischer Humor heute? Ist es nur (noch) eine Konstruktion? Eine verblassende Erinnerung? Oder lebt Chuzpe einfach weiter?
phoenix startet am Sonntag einen ganzjährigen Schwerpunkt zu "1700 Jahren jüdisches Leben in Deutschland" - 21.Februar 2021, 14 Uhr
Seit mindestens 1700 Jahren leben Juden nachweislich in dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Darauf weist ein Dekret des römischen Kaisers Konstantin aus dem Jahr 321 hin, das es Juden erlaubte, in Ämter der Kurie und von Stadtverwaltungen berufen zu werden. Aus diesem Anlass haben Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und wichtige Institutionen 2021 zum Festjahr "1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" ausgerufen. Ziel des Festjahres unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten ist es, mit Konzerten, Ausstellungen und diversen weiteren Veranstaltungen jüdisches Leben sichtbarer und erlebbar zu machen und dem erstarkenden Antisemitismus etwas entgegenzusetzen.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 21.02.2021 um 14:00 Uhr auf phoenix.