In den 1950er Jahren gehört Cesare Maestri zur absoluten Kletterelite. Er rückte trotz vieler erheblicher Widersprüche in den Schilderungen der Expedition von 1959 nie davon ab, den Cerro Torre gemeinsam mit Toni Egger erstbestiegen zu haben. Verteidiger und Sympathisanten Maestris verweisen immer wieder auf die Eisschicht, mit der 1959 die Wände des Cerro Torre überzogen gewesen sein sollen und die dem hervorragenden Eiskletterer Egger schon damals trotz der mangelhaften Ausrüstung den Aufstieg ermöglicht habe. Kritiker führen dagegen die Argumente an, dass mit den Ausrüstungsgegenständen und mit dem Kletterkönnen der 1950er Jahre ein Aufstieg über die extrem schwierigen Steilwände geradezu undenkbar sei. Elf Jahre nach seiner vermeintlichen Erstbesteigung, kehrte Maestri wegen der für ihn unerträglichen Zweifel und der Kritik der Öffentlichkeit zum Cerro Torre zurück, um sich mit Hilfe eines Kompressors und ungefähr 300 Bohrhaken über die Südwest-Flanke "hinauf zu bohren". Anfangs scheiterte er an den extrem widrigen Witterungsbedingungen und erst Monate später, am 2. Dezember 1970 erreichte er mit zwei Kameraden das Ende der Felswand unterhalb des Gipfels, verzichtete aber darauf, den instabilen Gipfelschneepilz. Die umstrittene Kompressor-Besteigung des Cerro Torre 1970 hat bei den Kritikern die vermeintliche Erstbesteigung von 1959 nicht bewiesen, sondern eher neue Zweifel geschürt. Gemeinsam mit Kletterprofi und Cerro Torre Experten Rolando Garibotti möchte Reinhold Messner dem Mythos auf den Grund gehen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 02.02.2021 um 09:30 Uhr auf ServusTV.