Er ist einer der ältesten Fernwanderwege Europas - der Pfad von Oberstdorf nach Bozen. Dreizehn Tagesetappen hat sich Wanderer Josef Schwellensattl für die 300 Kilometer vorgenommen. Obwohl er sich Ende August auf den Weg macht, herrscht oben am Mädelejoch dichtes Schneetreiben. Im hohen Schnee geht es über die Grenze nach Österreich und erst, als der lange Abstieg nach Zams hinter ihm liegt, beruhigt sich auch das Wetter wieder.
Gewaltig und mächtig sind die Öztaler-Gletscher und im Winter sehr gut besucht. Unweit davon - am Timmelsjoch - keine Touristen mehr. Hier mähen die Bauern auf 2.400 Meter zwischen Felsen und Steinen noch Heu und schießen es auf einem dicken, in der Luft gespannten Draht zu Tal. Auf der Hirzerhütte schlägt das Wetter wieder um - Zeit für eine Pause, um den Regentag auf der Hütte bei gutem Essen, Musik und Kegeln zu verbringen.
Am letzten Wandertag geht es noch auf die große Reisch zu den "steinernen Mandln". Das sind Hunderte von Steintürmen - "Steinmandln" genannt. Man glaubt, dass sie von Hirten aufgeschichtet wurden, aber niemand weiß wann und wozu. Im sechzehnten Jahrhundert wurden sie schon im Zusammenhang mit einem Hexenprozess erwähnt.
Abseits dicht befahrener Autobahnen und Straßen führen die "Traumpfade" durch eine oft noch unberührte Natur. Wer diesen Wegen folgt, lernt den eigenen Körper wieder zu spüren, ist stolz darauf, große Anstrengungen überwunden zu haben, wird die Stille der Natur erfahren und dabei spüren, wie sich die eigenen Gedanken entwickeln. So sind die "Traumpfade" auch immer eine innere Reise. Und sie erzählen aufregende Abenteuer, die unsere Reisenden zu bestehen haben, bis sie ihr Ziel erreichen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 05.02.2021 um 13:30 Uhr auf ARD-alpha.