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Nordseereport

Ahoi an der Hafenkante
Sonntag, 20.12.2020 18:00 Uhr
Radio Bremen TV
Sonntag
20.12.2020
18:00 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Häfen sind traditionell Orte, die für große Seereisen, Fernweh und die Faszination der kleinen Schiffe und großen Pötte stehen. Doch inzwischen sind die Viertel rund um die Kajen mit ihrer neuen Architektur auch Plätze für modernes Wohnen und die unterschiedlichsten Erlebnisangebote. Der Nordseereport macht diesmal Station im Neuen Hafen in Bremerhaven. Moderatorin Laura Lange besucht das Deutsche Schifffahrtsmuseum und das Klimahaus - zwei Museen, die sich in besonderer Weise maritimen Themen widmen. Immer mehr im Fokus: der Klimawandel. Die Reporter und Reporterinnen erzählen außerdem Geschichten über Menschen, die ganz bewusst an der Hafenkante leben. Und von jenen, die die einzigartige Natur von Meer und Küste nicht mehr loslässt.
Eine von ihnen ist Friederike Krüger, Erdkundelehrerin aus Hannover. Sie hatte im Herbst 2019 die einmalige Gelegenheit, einen Teil der internationalen "MOSAiC"-Expedition in die Arktis zu begleiten. Unter Leitung des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts waren Hunderte Wissenschaftler aus 20 Ländern in wechselnden Crews an Bord der "Polarstern". Fast zehn Monate driftete das Forschungsschiff durch das Nordpolarmeer - angedockt an eine Eisscholle. So konnten die Wissenschaftler den gesamten Eiszyklus vom Gefrieren bis zum Schmelzen messen und dokumentieren. Krüger reiste fünf Wochen lang mit dem Begleitschiff "Akademik Fedorov" mit. An Bord waren neben den Wissenschaftlern auch Journalisten und eine weitere Lehrkraft.
Zurück an der IGS Bothfeld folgte Teil zwei der Expedition: ihren Fünftklässlern nahezubringen, warum die Arktis so ein besonderer und sensibler Ort ist. Dafür hat sie Bildungsmaterial entwickelt: "Von und mit MOSAiC lernen" bietet Filme, Fragen, Arbeitsblätter, virtuelle Touren und Experimente rund um die Expedition - für Jugendliche und Erwachsene.
Die Verbindung zum Emder Hafen und seiner Geschichte hat Edzard Müller quasi mit in die Wiege gelegt bekommen. Er ist der Urenkel von Gerhard Müller, Mitbegründer der Fischfabrik Fokken und Müller. Seit mehr als 120 Jahren werden direkt am Emder Innenhafen Matjesspezialitäten hergestellt. Heute arbeiten dort 70 Menschen, die in der Hauptsaison etwa 10.000 Heringe pro Tag häuten. Etwa die Hälfte der Beschäftigten hat inzwischen vietnamesische Wurzeln. Das hat bei Fokken und Müller zu ganz neuen Traditionen innerhalb des Betriebes geführt: Gemeinsam mit seinen Mitarbeitenden feiert der Chef zum Beispiel das vietnamesische Neujahrsfest.
Auch die alte Tradition des Heringsfangs, der schon Ende des 16. Jahrhunderts begann, ist in der Stadt präsent. Am Ratsdelft liegt das älteste Schiff von Emden: ein mehr als 100 Jahre alter Heringslogger. Bis zu 100 Boot stark war die Emder Heringsflotte, nach holländischem Vorbild 1872 gegründet, zu ihren besten Zeiten. Die harte Arbeit der Seemänner brachte der Stadt Wohlstand.
Weitere Themen in diesem Nordseereport: der Zollkreuzer "Helgoland", im Auftrag des Finanzministeriums in der Deutschen Bucht unterwegs, der Schiffsfriedhof im dänischen Grenaa, eine Schlepperkapitänin auf der Weser und eine original Salzwiese fürs Museum.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 20.12.2020 um 18:00 Uhr auf Radio Bremen TV.