

Seitdem Nils denken kann, war seine Mutter depressiv. Die ganze Familie litt unter ihrer Krankheit, über Monate hinweg verschwand sie ins Ungewisse. So nahm das Kind Nils dies damals wahr. Er dachte immer wieder, sie käme nie mehr zurück. Heute weiß er, dass sie zu diesen Zeitpunkten in der Klinik war.
Bevor Teresa Enke wusste, was Depression wirklich bedeutet, hat sie fest daran geglaubt, dass sie und Robert es mit Liebe schaffen würden. Bis der berühmte Torwart sich vor zehn Jahren das Leben nahm.
Wenn die Partner, die Eltern oder die Geschwister depressiv werden, gerät auch das eigene Leben aus den Fugen. Depression löst Hilflosigkeit und tiefe Ängste aus, verlangt aber auch oft nach harten Entscheidungen: Bleibe ich oder gehe ich? Kann ich die Verbindung zu dem geliebten Menschen weiterführen? Vernachlässige ich mein eigenes Leben oder nehme ich es endlich in die Hand?
Nils will es nach einer gescheiterten Beziehung endlich schaffen, die eigene Familie mit dem neu geborenen Kind durch ein Leben ohne Abgründe zu führen.
Teresa hat eine Stiftung für den Kampf gegen die Volkskrankheit Depression gegründet, die gerade ein Virtual-Reality-Projekt entwickelt hat, mit dem man erleben kann, wie es im Kopf von depressiven Menschen aussieht.
Aber gleichzeitig bereitet sie sich auf den 10. Todestag von Robert Enke vor und erlebt noch einmal in die Gefühle von einst.
Artikel 3 des Grundgesetzes verkündet: "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden." Doch wird diese abstrakte Norm tagtäglich umgesetzt - und wenn ja, wie? Die Sendung "selbstbestimmt!" geht dieser Frage nach, sei es in Arbeit und Beruf, in der Schule, an der Universität, beim Wohnen, beim Sport oder in der Kultur und Kunst. Selbstbestimmtes Leben, Selbstbestimmung über eigene Angelegenheiten im privaten und im gesellschaftlichen Bereich ist die berechtigte Grundforderung von Menschen mit Behinderung.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 10.10.2020 um 09:30 Uhr auf ARD-alpha.