

* Italien/Großbritannien: Zwei Länder, zwei Wege, ein Virus
Die zweite Coronawelle hat Europa fest im Griff. Besonders betroffen ist England. Dort hat die Regierung bereits im Frühjahr Maßnahmen gegen die Infektion nur zögerlich angeordnet. Mit einem verheerenden Ergebnis. Und auch jetzt, Monate später, geben Expert*innen dem Krisenmanagement der Johnson-Regierung schlechte Noten. Die Zahlen schnellen weiter rapide nach oben, vor allem im Norden des Landes, in Liverpool. Anders in Italien. Hier wurden nach dem Ausbruch des Virus schnell strikte Maßnahmen angeordnet. Das Land war traumatisiert, als im Frühjahr Militärtransporter mit Leichensärgen durch Bergamo fuhren. Im Sommer dann hatte sich die Lage deutlich entspannt. Doch nun hat die zweite Welle auch Italien wieder erfasst. Und wieder reagieren die Italiener, anders als die Engländer, mit schnellen, harten Regeln gegen Corona.
* EU: Wann kommt der Impfstoff für Europa?
* USA: Wahl 2020: Wie tickt Tennessee?
Das letzte Duell zwischen US-Präsident Trump und dem demokratischen Herausforderer Biden steigt in wenigen Tagen in Nashville. Der US-Bundesstaat Tennessee gilt als konservativ, ist vor allem ländlich geprägt. Tennessee ist berühmt für den Blues und die Countrymusik sowie für seinen Whiskey. ARDKorrespondent Jan Philipp Burgard traf unter anderem einen Spirituosenproduzenten, der auf Trump setzt, weil er von dessen Wirtschaftspolitik profitiert. Und er sprach mit Amerikanern, die hoffen, dass die tiefe Spaltung im Land nach der Wahl überwunden werden kann.
* Norwegen: Atempause für Wale
In Coronazeiten hat auch der Schiffsverkehr weltweit abgenommen. Beispiel Norwegen, hier waren nicht weit von den Lofoten weniger Frachtschiffe und Kreuzfahrtriesen unterwegs. Die Folge: weniger Lärm unter Wasser, ein Segen für Fische und Wale. Denn Lärm sei für Wale so nervig wie Tinnitus, sagen Wissenschaftler*innen. Deshalb sei weniger Schiffslärm ein Glücksfall für die Meereswelt und auch für die Wissenschaftler*innen, denn die können nun störungsfrei das Leben unter Wasser besser erforschen. Und außerdem werden im Fjord von Trondheim jetzt immer häufiger Grindwale gesichtet.
* Bolivien: Der Kampf ums weiße Gold
Lithium ist der Rohstoff der Zukunft, wichtig für die Elektromobilität. In Bolivien ist das ,,weiße Gold" im Überfluss vorhanden, denn im Salzsee von Uyuni auf 3.600 Metern steckt der weltweit größte Lithiumvorrat, geschätzt 21 Millionen Tonnen. Deutschland hatte 2019 bereits den Zuschlag für die Lithiumverarbeitung bekommen. Doch danach begann das politische Chaos: Nach den Wahlen 2019 wurde der umstrittene linke Langzeitpräsident Morales aus dem Amt gedrängt. Kurz zuvor hatte er notgedrungen den Vertrag mit Deutschland annulliert, weil lokale Gemeinden am Salzsee unzufrieden waren. Sie wollen einen größeren Teil vom Gewinn für ihre Dörfer. Hinter dem Lithiumkonflikt tobt ein globaler Wirtschaftskrimi um den wertvollen Rohstoff. Der USAutokonzern Tesla und die USA würden gern den Salzsee von Uyuni ausbeuten, ebenso die Chinesen. Die Wahl am 18. Oktober 2020 wird wohl auch über die Lithiumfrage entscheiden. Der linke Morales-Kandidat Luis Arce will weiterhin mit Deutschland ins Geschäft kommen. Die Rechtskonservativen dagegen scheinen auf die USA zu setzen.
Die Weltbilder blicken Woche für Woche bis zum Horizont und weiter. Sie erzählen die wichtigen Geschichten aus dem Ausland: bildstark und informativ. Julia-Niharika Sen zeigt zusammen mit den ARD-Korrespondenten weltweit den Alltag der Menschen im nahen und fernen Ausland: in packenden Reportagen, spannenden Geschichten und berührenden Porträts.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 23.10.2020 um 00:35 Uhr auf tagesschau24.