

Am "Freitagsmarkt" in Antwerpen, der größten Stadt nördlich der Alpen, wird um 1570 hart gearbeitet. Der gebürtige Franzose Christoffel Plantin kontrolliert den Stand der Produktion. Seit Wochen wird an der Drucklegung der "Biblia Polyglotta" gearbeitet, einem typografischen Meisterwerk des 16. Jahrhunderts. Es erscheint in fünf Sprachen: Latein, Griechisch, Hebräisch, Syrisch und Aramäisch - jede Ausgabe in acht Bänden. Etwas Derartiges gab es noch nie. Ende des 16. Jahrhunderts rattern hier die Druckerpressen. Sechzehn sind gleichzeitig in Betrieb, 32 Drucker, 20 Setzer und diverse Helfer in Aktion. Hauptabnehmer und Auftraggeber für die überwiegend religiösen Werke ist zunächst der spanische König Philipp II.
Plantin und sein nachfolgender Schwiegersohn Moretus werden wohlhabende, einflussreiche Verleger.
Das Produktions- und Wohnhaus der Familiendynastie Plantin-Moretus wird über drei Jahrhunderte
Treffpunkt von Geistes- und Naturwissenschaftlern, Religionsphilosophen, weltlichen und religiösen Herrschern aus allen Erdteilen. Geschäftssinn, Weitblick und Weltoffenheit erweist die Familie auch durch das Verlegen von Landkarten, Seekarten, Lexika und Enzyklopädien. Mehr Präzision und technische Qualität kann bereits Christoffel Plantin durch die Einführung des Kupferstiches bei den Illustrationen erreichen, eine Revolution in der Druckerei. Besonders Mediziner und Naturwissenschaftler gewinnen dadurch einen besseren Einblick. Der markanteste Buchillustrator heißt Peter Paul Rubens. Er wird der größte Maler der Epoche und bleibt ein Leben lang ein enger Freund der Verlegerfamilie. Die Editionen, die von hier aus ganz Europa und Teile der damals zivilisierten Welt erreichen, beeinflussen Lehre und Denken, Gesellschaft und Kultur vieler Länder. Bücher werden durch die hohen Auflagen der Antwerpener Verleger populär, verfügbar und auch erschwinglich.
Mehr sehen, mehr lernen, mehr wissen, mehr an der Welt teilnehmen und sie öffnen für mehr Menschen.
Die Drucker und Verleger Plantin-Moretus haben mit Enthusiasmus und Geschick Wissen und Erkenntnisse durch Publikationen verbreitet. Sie haben dadurch nicht nur die Ideale des Humanismus gefördert. Sie haben auch erstmals durch Massenauflagen und Meinungsvielfalt das eingeleitet, was heute mit allzeit verfügbarem Zugang zu Wissen, als Teil der Freiheit in einer Mediengesellschaft selbstverständlich ist.
Der Haeinsa-Tempel auf dem nur schwer zugänglichen Kaya-Berg in Südkorea wurde im Jahre 802 errichtet. Es handelt sich um eine Anlage mit mehreren Gebäuden, an einem Hang gebaut und mit einem aufstrebenden Mittelweg. Die farbenfrohen Verzierungen sind ausschließlich auf die Wahrung der Harmonie ausgerichtet. Zuoberst stehen die vier Bauten des Changgyoing P'ango. Hier wird eine Fassung des Tripitaka aufbewahrt, jener Sammlung des Theravada-Buddhismus, die 1496 Bände umfasst. Es handelt sich um einen Schatz ohnegleichen. 80.000 Druckplatten aus Holz, perfekt erhalten, sind hier zu finden. Seit dem 13. Jahrhundert wird auch das Tripitaka Koreana hergestellt, 200 Jahre bevor Gutenberg den modernen Buchdruck erfand. Auch heute noch dienen dieselben Druckplatten als Vorlagen. 07.11.2006 SWR/SRDie wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 11.10.2020 um 06:00 Uhr auf SWR.