ESC zum Schließen · Enter zum Suchen

Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Perlen der Archäologie: Troia und Pompeji (Türkei / Italien)
Sonntag, 13.09.2020 06:00 Uhr
SR
Sonntag
13.09.2020
06:00 Uhr
Teilen:
Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Troia: Wer kennt nicht die Geschichte dieser antiken Stadt, von Homer in der Ilias besungen, die tragisch in völliger Zerstörung geendet haben soll. Zwei Jahrtausende galt Troia als sagenumwobene Metropole ägäischer Hochkultur. Dort, wohin Paris, Sohn des Priamos, die schöne Helena entführte, die Frau des Menelaos, König von Mykene. Wohin der Betrogene mit Agamemnon, Achilleus, Odysseus und anderen großartigen Helden Griechenlands schwer bewaffnet zog. Wo um die schöne Helena ein zehnjähriger Krieg entbrannte. Worüber sich sogar die Götter stritten, Athene gegen Aphrodite kämpfte und Göttervater Zeus selbst hin- und hergerissen war zwischen Bestrafen und Vergeben. Ein literarischer Ort, den es wirklich gegeben haben soll, wie sich inzwischen mehr und mehr herausstellt. Troias Ruinen liegen auf dem Hügel Hisarlik bei Canakkale an den Dardanellen in der Türkei. Ein Schicksalsberg der Archäologie. Heinrich Schliemann war überzeugt, das dichterische Troia vor sich zu haben. Doch nicht nur das.

Neun Siedlungsschichten lagen übereinander, von der frühen Bronzezeit bis ins Römische Reich, mit mehreren Blütezeiten. Heute zählt Troia zu den modernsten Ausgrabungsstätten unserer Zeit. Geschichte wird neu geschrieben: Homers Troia gehörte zum Hethiterreich. Das antike Epos, Grundlage und Quelle europäischer Literatur, könnte ein Zeugnis anatolischer Hochkultur sein. Noch dazu ein genaues. Der Schicksalsberg birgt noch viele Überraschungen: ein sagenhafter Ausflug vom Mythos zur Wahrheit.

Farblos, abstrakt, eine Angelegenheit für Geschichtsforschende wäre das große römische Reich ohne Pompeji geblieben. Aber die Ausgrabung dieser Geisterstadt im Golf von Neapel macht die alten Römer wieder lebendig - zumindest in den Vorstellungen der Besucherinnen und Besucher. Sie können römische Straßen auf Trittsteinen überqueren, luxuriöse Villen besichtigen, Fresken, Statuen und Graffitis bestaunen. Tempel, Theater, Fisch- und Brotläden, Tavernen und Bordelle - alles ist da.

In 600 Jahren Stadtgeschichte haben viele Kulturen Pompeij auf- und umgebaut: Im Jahre 62 nach Christus hatte ein Erdbeben die Stadt verheert. Der Wiederaufbau war noch gar nicht abgeschlossen, als am 24. August 79 der Vesuv ausbrach und Pompeji unter einer sechs Meter dicken Schicht aus Asche und Bimssteinkieseln verschüttete und konservierte. Der Kaiser entschied, die von den Göttern verfluchten Orte nicht wiederaufzubauen. Pompeji geriet in Vergessenheit.

Jährlich kommen heute Millionen Touristinnen und Touristen. Die Lust am Morbiden treibt die meisten Besuchenden an, sie sind unmittelbar am Ort der Katastrophe - nur durch die Zeit vom Tod getrennt. Aber Archäologen können eine Geisterstadt nicht instand halten. Besucherinnen und Besucher sowie auch die Zeit vernichten, was der Berg nach seinem kurzen Ausbruch noch stehen ließ. Die wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 13.09.2020 um 06:00 Uhr auf SR.