mein ausland

Grenzerfahrungen - Deutschland und Dänemark im Corona-Modus

Quelle: Pressebild
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Vor 100 Jahren stimmte die Bevölkerung in Schleswig ab, welcher Teil dänisch und welcher Teil deutsch werden sollte. In den vergangenen Jahrzehnten galt die Grenze als Symbol für Offenheit und Miteinander. Noch im September 2019 lobte die dänische Königin Margrethe sie bei einem Besuch in Schleswig-Holstein als Vorbild für die ganze Welt. Große Feiern waren geplant, Königin und Bundespräsident wollten den Geburtstag gebührend würdigen. Wegen Corona fiel alles aus. Und es zeigten sich einige Schatten im deutsch-dänischen Verhältnis. Schon länger haben die Menschen in der Region das Gefühl, dass die Grenze wieder spürbarer wird.


Vor 100 Jahren stimmte die Bevölkerung in Schleswig ab, welcher Teil dänisch und welcher Teil deutsch werden sollte. In den vergangenen Jahrzehnten galt diese Grenze als Symbol für Offenheit und Miteinander. Noch im September 2019 lobte die dänische Königin Margrethe sie bei einem Besuch in Schleswig-Holstein als Vorbild für die ganze Welt. Große Feiern waren geplant, Königin und Bundespräsident wollten den Geburtstag gebührend würdigen. Doch wegen Corona fiel alles aus.

Und es zeigten sich einige Schatten im deutsch-dänischen Verhältnis. Im März schloss Dänemark die Grenze von einem Tag auf den anderen. Besuche fanden nicht mehr statt. Die Menschen in der Region waren wie abgeschnitten. Verständnis ja - aber Offenheit ist anders, so die Kritik der deutschen Minderheit in Süddänemark und der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein.

Schon länger haben die Menschen in der Region das Gefühl, dass die Grenze wieder spürbarer wird. Die strengen Grenzkontrollen seit 2015 im Zuge der Flüchtlingswelle, dann der Zaun, der Wildschweine abhalten soll, um Dänemark vor der Schweinepest zu schützen. Allesamt Symbole der Abschottung, sagen Politiker aller Parteien in der Region.

Doch Corona toppte alles, und nur langsam kehrt wieder so etwas wie die gewohnte Offenheit ein. Dänen kommen zum Einkaufen nach Flensburg, Deutsche verreisen an die dänische Küste, Schulen und Kindergärten der Minderheiten sind wieder geöffnet, die Pendler werden nicht mehr kontrolliert. Die Menschen in der Region freut das, und die dänische Königin auch. Vor genau einem Jahr im September hatte sie sich bei ihrem Besuch ein Bild von der Region gemacht und war begeistert darüber, wie die Menschen dort ihre kulturellen Einrichtungen betreiben.

Ein Jahr lang waren ZDF-Korrespondent Hermann Bernd und das Team aus dem Studio Skandinavien immer wieder vor Ort, etwa in deutschen Schulen in Dänemark, in dänischen Schulen auf deutscher Seite. Im Segelverein der dänischen Minderheit in Flensburg, in einer Ziegelfabrik mit deutschen Mitarbeitern in Süddänemark. Film von Hermann Bernd

In „mein ausland“ berichten ARD- und ZDF-Korrespondenten über ihre Eindrücke, Erlebnisse und Besonderheiten in „ihren“ Ländern und Regionen: Ob die langen Sandstrände von Marokko, das Lebensgefühl in Brooklyn oder der bedrohte Regenwald am Amazonas - „mein ausland“ zeigt die Vielfalt der Kontinente und Länder. Auch Krisenregionen werden besucht, die politische Situation beleuchtet, die Menschen in ihrem Alltag begleitet. Die 45-minütigen Reportagen werden exklusiv für phoenix produziert. Sie bieten tiefe Einblicke in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft anderer Länder und Kontinente und helfen, die politischen Ereignisse und Krisen in der Welt besser zu verstehen.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 18.09.2020 um 07:45 Uhr auf phoenix.