Mandelas Partei konnte zwar dank stetem Wirtschaftswachstum und mithilfe von Sozialprogrammen den Großteil der Südafrikaner aus extremer Armut holen. Sie wollte Chancengleichheit, Bildung für alle, Gesundheitsversorgung. Das nationale Interesse sollte über allem stehen. Rede-, Meinungs- und Bewegungsfreiheit wurden eingeführt.
Aber nach den hoffnungsvollen Anfangsjahren nahm die Korruption im ANC immer extremere Formen an, Kriminalität und eine anhaltende Energiekrise setzten dem Land zu und es ging bergab. Die Frustration über die Regierungsbilanz drei Jahrzehnte nach Ende der Rassentrennung ist überall zu spüren. Zusammengewachsen ist die Gesellschaft Südafrikas bis heute nicht.
Viele Menschen werfen dem ANC vor, dass die Apartheid zumindest wirtschaftlich nie richtig aufgehört hat. Es herrschen immer noch hohe Arbeitslosigkeit und Einkommensunterschiede. Nirgendwo auf der Welt ist der Reichtum heute so ungleich verteilt wie in Südafrika. Von ihren einstigen Idealen hat sich die Partei weit entfernt, feiert vor allem sich selbst und den eigenen Machtapparat.
Südafrika - einst Vorzeigestaat. Heute nah am Staatsversagen. Ein Land, das um seine Zukunft kämpft. Der Ausgang der Parlamentswahl Ende Mai stellt es nun vor eine weitere Herausforderung der ANC muss Macht teilen und abgeben.
ZDF-Korrespondentin Verena Garrett aus dem Studio Johannesburg zeigt, wie es dreißig Jahre nach Ende der Apartheid um das Land steht. Im Krüger National Park, einem der wichtigsten Tierreservate Afrikas, trifft sie Ranger Hlahla Chauke: Wenn die Regierung ehrlich wäre und für ihr Land arbeiten würde, könnte das alles verändern. Aber wenn es nur darum geht, die eigenen Taschen zu füllen, wird dieses Land langsam zusammenfallen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 06.10.2024 um 22:30 Uhr auf Phoenix.