Yehuda Bauer ist tot. Der israelische Holocaustforscher starb am 18. Oktober 2024 im Alter von 98 Jahren. Das teilte das Internationale Auschwitz Komitee mit.
In Israel und in Deutschland wurde er durch seine Arbeiten zu Antisemitismus bekannt. Als Professor für Holocaust-Studien hat er über viele Jahre hinweg die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem geprägt. Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, betonte, Bauer sei weltweit als einer der großen und beeindruckendsten Erforscher des Holocaust anerkannt.
Bauer wurde 1926 als Martin Bauer in Prag geboren. Die Familie Bauer konnte am 15. März 1939, am Tag des Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Prag, im letzten Moment die lange vorbereitete Emigration nach Palästina antreten. Bauers Forschungsinteresse und sein Engagement seien immer bestimmt gewesen durch das Wissen, dass er dem Holocaust im letzten Moment entkommen war, schrieb Heubner.
Auch im hohen Alter beteiligte sich Bauer noch an der öffentlichen Diskussion: So warnte er im Dezember 2023 in einem Aufsatz davor, das Massaker der Hamas in Israel am 7. Oktober 2023 mit über 1.200 Toten und 250 Verschleppten mit dem Holocaust und die Hamas mit den Nazis gleichzusetzen. Israels Regierungschef Benjamin Natanjahu hatte zuvor die Hamas als "neue Nazis" bezeichnet.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 28.10.2024 um 14:45 Uhr auf Phoenix.