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Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Freitag, 31.07.2020 05:05 Uhr
tagesschau24
Freitag
31.07.2020
05:05 Uhr
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Wer verstehen will, warum sechs Wohnsiedlungen in Berlin - die älteste entstanden am Ende des Kaiserreichs, die jüngsten am Ende der Weimarer Republik - die Weihe des UNESCO-Weltkulturerbes erlangt haben, darf nicht nur auf die Fassaden schauen: Es geht hier weniger um die Anerkennung kühner Bauästhetik als um die Würdigung einer Idee - der Idee des genossenschaftlichen Wohnungsbaus. Nicht Geld zu machen mit Mieteinnahmen, sondern Wohn- und Lebensraum für die Menschen zu schaffen, die sich in den Hinterhöfen drängten, das war der Gedanke. Der sozialdemokratische Gedanke schlechthin. Die älteste der Siedlungen, Bruno Tauts Gartenstadt, ist nicht zufällig aus bunten Häusern erbaut: Licht, Luft, Pflanzen, Farbe - Bedingungen des Glücks. In den Jahren der Weimarer Republik wurden die Siedlungen größer, städtischer, auch monumentaler. Aber immer hielten sie sich an den Gedanken eines durchgrünten städtischen Raums. Gleichzeitig bestimmten konsequente Funktionalität, Reihung und Sachlichkeit die Architektur des neuen Bauens. So entstanden, vor allem in der "Weißen Stadt" in Berlin Reinickendorf Gebäudekomplexe von großer Überzeugungskraft und zeitloser Modernität. Gleichzeitig jedoch, spätestens in der "Ring-Siedlung" Siemensstadt, einer modernen "Stadtlandschaft", kündigt sich die Entwicklung der Nachkriegsjahre an: An ihrem Ende stand die Trabantenstadt, der soziale Brennpunkt. Die Dokumentation aus der Reihe "Schätze der Welt - Erbe der Menschheit" blickt auf die Architektur der "Berliner Moderne".

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 31.07.2020 um 05:05 Uhr auf tagesschau24.