

Die "Love Parade" wird zum weltweiten Symbol eines neuen Berliner Lebensgefühls. Der Kalte Krieg ist Geschichte - doch die Vergangenheit schiebt sich immer wieder in die Gegenwart: Die Stasi-Akten werden geöffnet, ungeklärte Besitzverhältnisse sorgen für Verunsicherung. Im Straßenbild der Stadt ist der Umbruch allgegenwärtig: Straßennamen in den Ostbezirken werden getilgt, Baukräne tanzen in der Mitte der Stadt auf der größten Baustelle Europas, Häuser werden versetzt, der Reichstag verhüllt und der Palast der Republik muss schließen. Die Zeitenwende wird auch im Rundfunk sichtbar: Der Sender Freies Berlin (SFB) sendet ab Ende des Jahres 1991 für die gesamte Stadt, das DDR-Fernsehen wird abgeschaltet. Berlin, die Stadt, die immer wird. Und dabei stets beides bleibt: Weltstadt und Kiez, Weltpolitik und Alltag, Schauplatz kleiner und großer Geschichten.
Darin enthalten die Dokumentationen:
Berlin - Schicksalsjahre einer Stadt Das Jahr 1991 Film von Artem Demenok 1991- das Jahr, in dem der Bundestag in einer historischen Debatte beschließt, dass Berlin Parlaments- und Regierungssitz des vereinten Deutschland wird. Die Berliner feiern ausgelassen die "Hauptstadtwerdung", Wolfgang Thierse erinnert sich an einen dramatischen Tag in Bonn. Währenddessen bestimmen der "Aufbau Ost" und die Treuhand den Alltag vieler Ost-Berliner. Ute Weber erinnert sich an ihren erfolgreichen Kampf um ihr Gasthaus "Zum Nußbaum" im Nikolai-Viertel. Die Techno-Szene erobert leerstehende Gebäude und Keller im Osten der Stadt: Eine junge Generation Ost und West feiert gemeinsam im Untergrund. Dimitri Hegemann erzählt von der Entdeckung des Tresorraums des ehemaligen Kaufhaus Wertheim, in dem er mit Freunden den legendären Techno-Clubs Tresor eröffnete. Der Vorsitzende Richter des ersten Mauerschützen-Prozesses, Theodor Seidel, erinnert sich an die schwierige Urteilsfindung.
Berlin - Schicksalsjahre einer Stadt Das Jahr 1992 Film von Reinhard Joksch 1992 - das Jahr, in dem die Stasi-Akten geöffnet werden. Erstmals können Bürger in Deutschland die Akten einsehen, die ein Geheimdienst über sie angelegt hatte. Monika Opitz, Mitarbeiterin der Stasi-Unterlagen-Behörde, berichtet vom Ansturm der ersten Tage und erschütternden Spitzel-Berichten. An Ostberliner Schulen wird das westliche Notensystem eingeführt und die Abiturientin Christiane Paul schildert, wie sie erste Schritte in die Welt der Schauspielerei unternimmt. Die Polizei jagt einen Kaufhauserpresser: Martin Textor, Chef der Berliner Sondereinheit, und Arno Funke, der ihm als "Dagobert" immer wieder entwischt, erinnern sich. Von der Trauer um eine Berliner Ikone weiß Visagist René Koch zu berichten: Als Marlene Dietrich beigesetzt wird, steht die halbe Stadt Spalier. In "phoenix history" erinnern wir an herausragende historische Ereignisse und Entwicklungen, mit deren Vermittlung und Einordnung phoenix einen wichtigen Beitrag zur Meinungsbildung leistet. Von der Antike bis zur aktuellen Zeitgeschichte spannt sich der Erinnerungsbogen. Auf diesen historischen Zeitreisen zeigen wir klassische Dokumentationen, Reportagen im Stil einer historischen Spurensuche bis hin zu großen zeitgeschichtlichen Doku-Dramen. Mit dieser Vielfalt der Formen wollen wir komplexe Themen besser verständlich machen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 09.08.2020 um 00:00 Uhr auf phoenix.