

Kaum eine Stadt hat eine so spannende Geschichte wie Berlin. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges wird im August 1961 die Mauer errichtet. 28 Jahre teilt sie die politischen Systeme und die Menschen in Ost und West. Berlin ist immer beides: Weltstadt und Kiez, Weltpolitik und Alltag, Schauplatz kleiner und großer Geschichten. All das ist festgehalten, Tag für Tag – in unzähligen Sendungen des Senders Freies Berlin (SFB) und des DDR-Fernsehens, jeweils unterschiedlich politisch gefärbt und kommentiert.
Nach der Wiedervereinigung herrscht Aufbruchsstimmung. Es soll zusammen wachsen, was zusammen gehört. Klingt gut, gestaltet sich aber oftmals nicht leicht. Die Reihe "Berlin – Schicksalsjahre einer Stadt" zeigt den doppelten Blick auf West- und Ost-Berlin in 40 Folgen von 1961, dem Jahr des Mauerbaus, bis zum neuen Jahrtausend 1999, zehn Jahre nach dem Mauerfall. Die dritte Staffel über die 80er Jahre schaut auf ein Jahrzehnt zwischen Vergnügungssucht und Zukunftsangst, Neuer Deutscher Welle und Wettrüsten. Die Teilung der Stadt ist scheinbar endgültig. In Ost und West wird Berlin zum Zentrum alternativer Lebensentwürfe. Am Ende des Jahrzehnts erzwingen die Bürger der DDR friedlich die Öffnung der Grenze. Die Mauer fällt und Berlin wird wieder eins.
DARIN ENTHALTEN DIE DOKUMENTATIONEN:
* Berlin – Schicksalsjahre einer Stadt: Das Jahr 1987, Film von Lutz Pehnert
1987 - das Jahr des doppelten Stadtjubiläums: Ost und West feiern um die Wette. Die Stadtbezirksarchitektin Kristina Laduch erzählt, wie die Hauptstadt der DDR für die 750-Jahr-Feier heraus geputzt wird – während der Rest der Republik weiter verfällt. Noch nie kamen so viele West-Stars nach Ost-Berlin: Von Udo Jürgens über Nana Mouskouri bis José Carreras. Der Journalist Thomas Otto erinnert sich besonders intensiv an die Auftritte von Bob Dylan und Carlos Santana. Der Westberliner Polizeibeamte Helmut Sarwas berichtet von brennenden Straßen in Kreuzberg am Abend des 1. Mai, wo es erstmals zu schweren Krawallen kommt. Bei seiner Rede vor dem Brandenburger Tor fordert der amerikanische Präsident Ronald Reagan den sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow auf, die Mauer einzureißen – Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen erinnert sich an diesen historischen Schlüsselmoment.
* Berlin – Schicksalsjahre einer Stadt: Das Jahr 1988, Film von Lutz Pehnert
1988 - das Jahr, in dem sich in Ost-Berlin zunehmend Widerstand gegen die Staatsmacht formiert. Die Bürgerrechtlerin Freya Klier und der Liedermacher Stephan Krawczyk werden zur Ausreise aus der DDR gezwungen. Freya Klier erzählt von ihrer Abschiebung und dem Leben auf der anderen Seite der Mauer. An der Ost-Berliner Ossietzky-Oberschule werden Schüler wegen kritischer Wandzeitungsartikel von der Schule geworfen und mit Abitur-Verbot belegt: Der damals 16-jährige Kai Feller erinnert sich an die dramatischen Ereignisse. In West-Berlin fliehen rund zweihundert Hüttendorf-Bewohner bei der Räumung des Lenné-Dreiecks vor der Polizei über die Mauer nach Ost-Berlin. Uwe Rada berichtet, wie es zur einzigen Massenflucht von West nach Ost kam. US-Rocklegende Bruce Springsteen tritt vor 200.000 Menschen in Berlin-Weißensee auf. Der Sänger der DDR-Rockband City - Toni Krahl - spricht über die Faszination der West-Stars. Neu in Ost-Berlin ist die vietnamesische Vertragsarbeiterin Thu Fandrich. Sie erzählt von Ankunft und Leben in der DDR. In „phoenix history“ erinnern wir an herausragende historische Ereignisse und Entwicklungen, mit deren Vermittlung und Einordnung phoenix einen wichtigen Beitrag zur Meinungsbildung leistet. Von der Antike bis zur aktuellen Zeitgeschichte spannt sich der Erinnerungsbogen. Auf diesen historischen Zeitreisen zeigen wir klassische Dokumentationen, Reportagen im Stil einer historischen Spurensuche bis hin zu großen zeitgeschichtlichen Doku-Dramen. Mit dieser Vielfalt der Formen wollen wir komplexe Themen besser verständlich machen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 26.07.2020 um 00:00 Uhr auf phoenix.