

Niedersteinebach liegt in der Nähe von Flammersfeld im Westerwald. 213 Menschen wohnen in einem langgezogenen Straßendorf. Westerwaldsteig und Erzwanderweg führen vorbei und geben Einblick in die 500-jährige Bergbaugeschichte des Dorfes. In harter körperlicher Arbeit hatten Bergleute im Friedrich-Wilhelm-Stollen und im Ottostollen Eisenerz geschürft. Viele wurden dabei krank. Heute führt die Hauptstraße durch einen sehr ruhigen Ort. Vereine gibt es nicht mehr. Aber manche Niedersteinebacherinnen und Niedersteinebacher finden hier innere Ruhe, um sich auf das zu konzentrieren, was ihnen wichtig ist.
Bei Frank Breburda in der alten Mühle ist das die Songpoesie. In den persönlichsten Texten des Liedermachers geht es darum, eigene Wege zu finden, sich selbst zu entdecken. Früher hat er historische Instrumente gebaut, ein Mittelalter-Folk-Ensemble gegründet und mit eigener Eventagentur große Mittelalterfeste und -Märkte veranstaltet, hatte sich zu viel zugemutet und war zusammengebrochen. Heute arbeitet er als Hypnose-Coach und versucht, auch andere auf neuen Wegen zu unterstützen. Lebensgefährtin Monika Schmitt ist Künstlerin. Farben, sagt sie, bringen mehr Lebendigkeit ins Leben.
In der Mühle hat sie ein großes Atelier und bietet Kurse und Seminare für intuitives Malen oder sogenannte Seelenbilder. Andere an Niedersteinebachs Hauptstraße sehen sich weniger auf dem Weg - eher schon angekommen. Das Geheimnis eines glücklichen Lebens sei die Liebe, sagt Helga Wilms. Sie hat erst in der Rente angefangen, sich künstlerisch auszudrücken und mit der Motorsäge kreativ zu arbeiten. Neugierig bleiben, sich ausprobieren - viele an Niedersteinebachs Hauptstraße sind froh, Möglichkeiten zu haben, von denen die Bergleute früher nur träumen konnten.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 26.07.2020 um 18:05 Uhr auf SWR.