

Die kleine Holzstadt am Meer hat Zukunft - dank ihrer engagierten Bürgerinnen und Bürger. Die kleine Holzkirche von Petäjävesi im Herzen Finnlands ist ein Denkmal der einfachen Gläubigkeit der Menschen und des handwerklichen Könnens der Erbauer. Im Sommer 1763 wartete die Gemeinde von Petäjävesi bereits zwei Jahre auf eine Baugenehmigung für eine neue Kirche, doch vom schwedischen König kam keine Antwort. Deshalb beschlossen die Bewohnerinnen und Bewohner, nicht länger zu warten und auf eigene Faust mit dem Bau ihrer Kirche zu beginnen. In 35 Tagen entstand die Kirche im damals typischen Blockhausstil. Sie zählt heute zu den schönsten noch erhaltenen Schöpfungen finnischer Holzarchitektur. Der Grundriss der Kirche ist ein Kreuz mit gleichlangen Armen. Die logischen Proportionen dieser Kirchenkonstruktion mit ihrer achteckigen Kuppeldecke und kunstvollen Details haben bis heute nichts von ihrer Faszination verloren. Das Holz - innen wie außen - blieb unbemalt und entwickelte über 300 Jahre eine ungewöhnlich schöne Patina. Seitdem die alte Kirche von Petäjävesi zum Weltkulturerbe gehört, hat sie wieder an Anziehungskraft gewonnen. In den Sommermonaten ist die Kirche für Hochzeiten, Taufen, Gottesdienste und Konzerte geöffnet.
Die dichtbebaute Altstadt von Rauma ist die größte Stadt aus Holz im Norden Europas. Sie ist eine der wenigen mittelalterlichen Städte an der Küste West-Finnlands, deren Grundstrukturen bis heute erhalten geblieben sind. 1442 bestätigte ein Ritter des schwedischen Königs Rauma die ersten Stadtrechte. Dass Raumas Altstadt drei Jahrhunderte nach dem letzten Großbrand fast unverändert erhalten blieb, ist letztlich dem Traditionsbewusstsein ihrer Bürgerinnen und Bürger zu verdanken - damals wie auch heute. Künstler und Architekten haben mit Erfolg den mittelalterlichen Charakter ihrer Stadt bewahrt. Von dem allgemeinen Aufschwung in Europa um die Jahrhundertwende profitierte auch die Stadt Rauma. Die große Zeit der Segelschifffahrt brachte der Stadt enormen Wohlstand und die ehemals grauen Fassaden der Häuser bekamen ihr heutiges farbiges Aussehen. Trotz schneller Industrialisierung blieb der historische Bebauungsplan Alt-Raumas in seiner alten Struktur unverändert. Dennoch ist Rauma kein Museum. In der Altstadt gibt es 180 Betriebe und Werkstätten. Rund 800 Bewohnerinnen und Bewohner leben in dieser Idylle aus Holz. Für sie und die Besucherinnen und Besucher ist die Altstadt Raumas eine kreative und inspirierende Mischung aus Tradition und Fortschritt. Die wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 07.06.2020 um 06:00 Uhr auf SWR.