

rus ist immer noch unbekannt und Nährboden wildester Gerüchte und Theorien. Waren das Pangolin oder die Hufeisennasenfledermaus Überträger von SARS-Cov-2? Für beide Tiere gibt es gute Argumente aber bislang keine Beweise. Auch ein anderes, unbekanntes Tier könnte der Überträger des Virus gewesen sein, doch auch von diesem fehlt bislang jede Spur. Auf diesem Nährboden der Ungewissheit sprießen Verschwörungstheorien. Stammt das Virus aus einem Laborunfall? Oder sogar aus einem Biowaffenprogramm? Wie sicher sind die Zahlen? Seit März 2020 wurden in Deutschland drastische Maßnahmen ergriffen. Auf welcher Grundlage? Wie sinnvoll waren sie? Verschiedene Länder haben unterschiedlich und unterschiedlich schnell reagiert. China, Südkorea, USA und Schweden haben das Risiko jeweils anders eingeschätzt. Doch warum? Es ist eine völlig neue Situation, es gibt keine Blaupause. Ein zentrales Problem ist die Unsicherheit der Datenlage. Das beginnt schon bei der Bestimmung der Anzahl der Infizierten, da nur Menschen getestet werden, die auch Symptome haben. Wie ist es angesichts dieser Situation überhaupt möglich, geeignete Strategien zu entwickeln? Wie verlässlich sind Antikörpertests? Das Corona-Virus gleicht einem unsichtbaren Feind: ein Großteil der Befallenen bleibt symptomfrei und ist aber trotzdem hoch infektiös. Wie hoch kann denn dann die Dunkelziffer wirklich sein? Große Hoffnung setzt man hier auf die Anwendung der neuen Antikörpertests. Der Test weist nicht das Virus selbst nach, sondern die Antikörper, die unser Immunsystem als Waffe gegen das Virus entwickelt hat. In Deutschland laufen dazu jetzt erste Studien und würden so auch Einblick geben, wie viele Menschen schon immun sind und die Krankheit nicht mehr weiter übertragen können. Ein wichtiger Meilenstein, um die Entwicklung der Pandemie einschätzen und weiter eindämmen zu können. Doch wie verlässlich sind diese Tests tatsächlich? Könnte Blutplasma ein Heilmittel sein? Bereits 1890 entdeckte Emil von Behring eine neuartige Methode zur Behandlung von Infektionskrankheiten: die sogenannte Serumtherapie. Behring rettete an Diphterie erkrankte Kinder mit Blutserum aus infizierten Tieren. Er erhielt dafür den allerersten Nobelpreis für Medizin. Auf der Suche nach Therapien für Covid19-Erkrankte ist auch diese Methode in den Fokus der Forscher gerückt. Aktuell erkrankte Patienten sollen mit dem Blutplasma von Genesenen behandelt werden. Auch bei anderen Krankheiten, wie Ebola, Sars oder Influenza, wurde dieses Prinzip bereits angewendet. Wann gibt es ein Heilmittel? An breiter Front wird an einem Medikament geforscht. Aber ein Virus ist nicht leicht zu besiegen. Das lehrt die Geschichte. Gegen die wenigsten Viren gibt es effektive Medikamente. Viren haben keinen eigenen Stoffwechsel sondern nutzen unsere Zellen als Wirte und programmieren sie für ihre Vermehrung um. Das macht den Einsatz von gezielt wirkenden Medikamenten so schwierig.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 11.05.2020 um 10:30 Uhr auf phoenix.