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Der Südwesten von oben

Unsere Seen
Samstag, 04.04.2020 17:30 Uhr
SWR
Samstag
04.04.2020
17:30 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Im Südwesten Deutschlands liegt jeder dritte deutsche See. In luftigen Höhen geht es diesmal an den Bodensee, an die Maare der Vulkaneifel und an die Westerwälder Seenplatte.

Der Bodensee, das "Schwäbische Meer", entstand, als vor 12 000 Jahren die letzten Eiszeitgletscher schmolzen. An seinen Ufern entwickelte sich die größte Siedlungsdichte der prähistorischen Zeit. Der See lieferte den Menschen der Jungsteinzeit Trinkwasser und Nahrung.

Seen prägen auch das Gesicht einer Landschaft. Dabei sind sie wahre Verwandlungskünstler. In den Mooren kämpft das Land noch mit dem Wasser - und behält meistens die Oberhand. Im Wurzacher Ried hilft der Biber bei der Renaturierung des stillgelegten Torf-Abbaus.

Die Hälfte der stehenden Gewässer im Südwesten hat jedoch nicht die Natur, sondern der Mensch angelegt. Die Westerwälder Seenplatte etwa ist einem Grafen zu verdanken, der im 17. Jahrhundert einen Fischteich nach dem anderen graben ließ. Viele der künstlichen Seen entstanden als Trinkwasser-Reservoire wie die Primstalsperre im Saarland oder als Stromquellen wie der Schluchsee, der als Pumpspeicherwerk auch Strom speichern kann. Eher unauffällig, aber sehr beliebt sind Seen, die ihre Entstehung dem Bagger verdanken. Durch Kiesabbau füllten sich ihre Löcher mit Grundwasser, und die Gemeinden in der Nachbarschaft bekamen so ihre Freizeit-Seen. Etliche dieser Baggerseen liegen entlang des Rheins.

Einige Seen des Südwestens sind Fenster in die Erdgeschichte wie die Maare der Vulkaneifel, deren Krater sich mit Wasser gefüllt haben. Andere Seen sind interessant dank der Menschen, die sie nutzen. Der Klosterfischer Ansgar Hehenkamp am Laacher See hat einen Arbeitsplatz, um den ihn viele beneiden. Wenn er frühmorgens seine Netze einholt, wird er eins mit der Natur und seinen Vorgängern, die in der Steinzeit mit Netzen aus Frauenhaar die Felchen aus dem See holten. Auf der Schwäbischen Alb sucht der Höhlenforscher Lutz Gehring unterirdische Seen, die im Karstgebirge der Alb ein Netzwerk bilden. Eine ganz andere Sicht auf den See hat Kirsten Söller, die im Burkheimer Baggersee am Fuße des Kaiserstuhls neue Schwimmanzüge im Design einer Meerjungfrau testet und mittlerweile sogar davon lebt. Ein Film von Nadine Klemens und Peter Bardehle

Erstsendung 21.12.2015

Die Reihe "Der Südwesten von oben" stellt Deutschlands Südwesten aus ungewöhnlicher Perspektive vor.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 04.04.2020 um 17:30 Uhr auf SWR.