

Fast 14 Jahre liegt der gefeierte Tag des ersten Spatenstichs für den BER zurück. Nun soll der Hauptstadtflughafen noch in diesem Jahr eröffnen. Doch die neuen Terminals wurden nicht auf der grünen Wiese gebaut: Das Terrain hat eine spannende Vorgeschichte, die als Werksflughafen einer Rüstungsfabrik bereits im Oktober 1934 begann.
Viele Bauten spiegeln eine Jahrhundertgeschichte: Die Flughafenverwaltung sitzt bis heute in Bauten aus der Nazi-Zeit, ein für Passagiere unerreichbares geheimnisvolles "Generalshotel" erinnert mitten auf dem Vorfeld an die Ära der sowjetischen Besatzungsmacht, ein imposanter Spannbeton-Hangar zeugt vom Aufbruch der DDR-Luftfahrt. Die rbb-Dokumentation holt Unbekanntes und Verdrängtes ans Licht: Wo heute Touristen einchecken, mussten ab 1944 KZ-Häftlinge Zwangsarbeit leisten. Die Tochter einer dieser Zwangsarbeiterinnen besuchte für den Film das heutige Schönefeld und suchte nach Spuren. Nicht das einzige Geheimnis: Anfang der 60er Jahre entwickelten DDR-Flughafenplaner eine Vision von Schönefeld, die an den heutigen BER erinnert, aber schon bald nach dem Mauerbau in den Schubladen verschwand. Um die Mauer zu überwinden, wurden mehrfach Ausreisewillige zu Flugzeugentführern. Erstmals berichten jetzt Augenzeugen vor der Kamera über Waffen in Flugzeugen, überraschende Routenänderungen und gefährliche Momente im Himmel über Schönefeld. Piloten, Stewardessen, Passagiere, Zeitzeugen und Historiker berichten in der rbb-Dokumentation von Thomas Balzer und Thomas Bittner über ihren Blick auf Schönefeld.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 10.04.2020 um 15:35 Uhr auf RBB.