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Risiko Antibiotika?
Montag, 09.03.2020 11:15 Uhr
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Montag
09.03.2020
11:15 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Antibiotika galten lange als Wunderwaffe. Doch die Waffe ist stumpf geworden. Denn Antibiotikaresistenzen sind weltweit auf dem Vormarsch. Harmlose Infektionen können zum tödlichen Risiko werden, weil die Erreger bereits resistent geworden sind. Allein in Europa erkranken jedes Jahr bis zu 600.000 Menschen an Infekten durch multiresistente Keime, rund 33.000 Menschen sterben sogar daran. Die Tendenz ist steigend.

Auch in der Tiermast werden viel zu viel Antibiotika eingesetzt, um die Tiere vor Krankheit zu schützen. Das Fleisch aus der Massentierhaltung landet dann auf unseren Tellern. Die Folge: Durch die Nahrungskette konsumiert der Mensch Antibiotika, die für ihn schädlich sind und auf Dauer auch Resistenzen hervorrufen können.

Ein weiteres Problem: Pharmafirmen haben sich aus der Antibiotika-Forschung weitgehend verabschiedet. Das Geschäft lohnt sich nicht mehr. Das Dilemma: Es gibt noch keinen zuverlässigen Ersatz. Droht nun der Supergau?

Reporterin Sarah Schmidt spricht mit Prof. Petra Gastmeier, Direktorin des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin an der Charité in Berlin. Die Einnahme von Antibiotika müsse verantwortungsvoller werden - da seien Kliniken, Ärzte und Patienten gefragt, sagt sie.

Reinhild Benning von Germanwatch fordert weniger Massentierhaltung, sodass auf die Gabe von Antibiotika verzichtet werden kann. So genannte Reserveantibiotika müssten in der Tiermast ab sofort verboten werden.

Dr. Florian Kloß vom Hans-Knöll-Institut in Jena schließlich nimmt die Politik in die Verantwortung: Ohne öffentliche Gelder lasse sich die Krise um Antibiotikaresistenzen nicht in den Griff bekommen.

Das phoenix-plus wird durch die ZDF-Dokumentation "Heilen ohne Antibiotika - Wie wir in Zukunft Infektionen behandeln können" von Torsten Mehltretter ergänzt. In "phoenix plus" ergänzen wir mehrmals täglich unsere Ereignis-Berichterstattung. Hier macht phoenix das, wofür der Sender steht: Themen vertiefen. Mit eigenen Reportagen, ausgewählten Beiträgen von ARD und ZDF und Expertengesprächen beleuchten wir ein Thema von vielen Seiten und liefern ein Plus an Information. Die Themen sind immer relevant und aktuell: Das Spektrum reicht vom veränderten Parteiensystem in Deutschland über den Korea-Konflikt, die Politik der Trump-Regierung im Westen und der Putin-Präsidentschaft im Osten bis zur Bedeutung des deutschen Vereinswesens für unsere Gesellschaft und der Arbeit der Geheimdienste. "phoenix plus" bietet diese Schwerpunkte in einer Länge von 30, 45, 60 oder 75 Minuten. Kurzum: Auch hier zeigt phoenix das ganze Bild - damit Sie sich eine fundierte Meinung bilden können.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 09.03.2020 um 11:15 Uhr auf phoenix.