

1871 erhielt Uluru vom europäischen Entdecker William Gosse den Namen Ayers Rock. Der rote Sandsteinmonolith ragt 348 Meter aus dem australischen Outback hervor. Doch dies ist nur die Spitze - der Rest liegt unter der Oberfläche bis zu 6.000 Meter tief. Der Umfang von Uluru beträgt über neun Kilometer.
Sein schieres Ausmaß macht diesen Monolith zu einer geologischen Sehenswürdigkeit. Auf seiner zerklüfteten Oberfläche befinden sich zahlreiche Wasserlöcher, einige von ihnen sind so tief, dass sie nie austrocknen. Der wenige Regen, der in dieser trockenen Wüstengegend fällt, sammelt sich auf dem riesigen Plateau und speist um den Fels herum einen fruchtbaren Gürtel in der sonst kargen Landschaft.
Seit Jahrtausenden ist Uluru nicht nur eine Quelle von Wasser und Nahrung für Mensch und Tier, sondern auch ein heiliger Ort der Anangu, der Aborigines, die in dieser Gegend seit tausenden von Jahren leben. Das Leben, wie wir es heute kennen, so glauben die Anangu, hat seinen Ursprung in der Tjukurpa, der Schöpfungsperiode. Zu dieser Zeit hielten die "Spirit-Vorfahren" in der Inkarnation von Menschen und Tieren Einzug in das Land.
Einige von ihnen, in der Verkörperung von riesigen Schlangen, kamen aus dem Schoß der Erde. Sie arbeiteten sich an die Oberfläche und formten so die Landschaft. Diese "Spirit-Vorfahren" gaben den Menschen Gesetze, die für die Anangu auch heute noch Gültigkeit haben. In ihren Legenden und Geschichten liegen alle Antworten zu universellen Fragen wie der Entstehung des Universums und der Naturgesetze; den Beziehungen zwischen den Geschlechtern, dem Leben, dem Tod und dem Leben danach.
Der Tongariro Nationalpark liegt in der Mitte der Nordinsel Neuseelands. Der Maori Häuptling Te Heuheu schenkte das Land um den Vulkan Tongariro 1887 der neuseeländischen Regierung mit der Maßgabe, es für alle Menschen zu schützen. Die neuseeländische Regierung erwarb zusätzliches Land und ernannte es 1907 zum Nationalpark. 1990 wurde Tongariro Weltkulturerbe. Der Park hat drei Vulkane, Tongariro 1967 Meter, Ngauruhoe 2291 Meter und Ruapehu 2797 Meter, der auch heute noch aktiv ist und zuletzt am 23. September 1995 ausbrach.
Die Maori landeten in Neuseeland vor etwa 1500 Jahren in riesigen Kanus. Um Anspruch auf das Land um den Tongariro Berg zu erheben, musste Häuptling Ngatoroirangi auf seiner Spitze ein Feuer entzünden. Von seiner weiblichen Sklavin Auruhoe begleitet, machte er sich an den Aufstieg. Ein eisiger Südwind zog auf und drohte, sie zu töten. Ngatoroirangi rief seine Schwestern, Priesterinnen im entfernten Hawaiki an, ihm Feuer zu senden. Die Schwestern schickten Feuer, das zu Füßen von Ngatoroirangi ausbrach. Um seinen Schwerstern und dem Gott der Vulkane zu danken, opferte Ngatoroirangi Auruhoe und warf ihren Körper in den Vulkan, der auch heute noch ihren Namen trägt: Ngauruhoe. 14.11.2004 SWR/SR
Die wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 08.03.2020 um 06:00 Uhr auf SR.