Expeditionen ins Tierreich

Wildes Griechenland - Die geheimnisvollen Inseln

Quelle: Pressebild
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Die wenigsten der über 3.000 Inseln Griechenlands sind dauerhaft bewohnt. Wie die Vulkaninsel Milos. Sie ist ein Paradies für Zugvögel. Doch die Milos-Viper wartet schon auf die ahnungslos badenden Vögel. Kreta ist ein beliebtes Urlaubsziel - doch die Insel ist wild und voller Überraschungen. Die Samaria-Schlucht ist mit einer Länge von 17 Kilometern einer der längsten Canyons Europas. An ihren Hängen lebt die letzte Population der kretischen Wildziege. Sie stammt von den allerersten domestizierten Ziegen ab und ähnelt ihrem wilden Vorfahren - der asiatischen Bezoarziege.


Über 80 Prozent aller Inseln des Mittelmeeres befinden sich in Griechenland. Doch nur die wenigsten der über 3.000 Inseln sind dauerhaft bewohnt. Wie die Vulkaninsel Milos. Sie liegt in der Südlichen Ägäis und ist ein Paradies für Zugvögel. Ihre geografische Lage macht sie zu einem idealen Rastplatz für die Zugvögel auf ihrem weiten Flug über das Mittelmeer. Doch die Idylle trügt. Die erschöpften Gäste werden beobachtet: Eine Milos-Viper hat es auf die ahnungslos badenden Vögel abgesehen. Vor über einer halben Million Jahre sind ihre Vorfahren, Schlangen, hierher gelangt und haben sich auf Singvögel als Nahrungsquelle spezialisiert.
Kreta ist Griechenlands größte Insel und ein beliebtes Urlaubsziel. Doch auch Kreta ist wild und voller Überraschungen. In den hohen Lagen des Lefka-Ori-Gebirges liegt bereits im frühen Herbst Schnee. Im Westteil des Gebirges liegt die Samaria-Schlucht; mit einer Länge von 17 Kilometern einer der längsten Canyons Europas. An ihren Hängen lebt die letzte Population der Kretischen Wildziege. Sie stammt von den allerersten domestizierten Ziegen ab und ähnelt ihrem wilden Vorfahren, der asiatischen Bezoarziege.
Auf der Insel Rhodos ist jeden Sommer ein besonderes Schauspiel zu bewundern: wie auf Zuruf kommen Zehntausende von Schmetterlingen geflogen. Ihr Ziel ist ein ganzjährig wasserführendes, schattiges Tal. Die Falterart Spanische Flagge lässt sich auf den Stämmen des Orientalischen Amberbaumes nieder und hält dort Sommerruhe. Sie zählt zu den Lebewesen, die eine für sie lebensfeindliche Jahreszeit im Energiesparmodus überstehen muss. Ähnlich wie die Braunbären, die in der kalten Jahreszeit Winterschlaf halten.
Während die Schmetterlinge für einige Monate ruhen, nutzen andere diese Massenversammlung für die Jagd. Wie der Hardun. Eigentlich ist er ein echtes Wüstentier: Diese Echsen können Temperaturen bis zu 60 Grad ertragen. Sie leben hier im Garten Eden und "pflücken" die Schmetterlinge nach Belieben von den Baumstämmen.
Die Insel Antikythera liegt weit draußen im offenen Meer. Es ist eine kleine, fast unbewohnte Felsinsel, die jeden Herbst zum Schauplatz eines großen Naturspektakels wird. Über 1.000 Brutpaare der Eleonorenfalken kommen dann für kurze Zeit und hausen an den steilen Felsklippen. Sie sind die einzigen Vögel Europas, die so spät im Jahr brüten. Das ist kein Zufall: Denn in dieser Zeit fliegen die Zugvögel wieder nach Afrika in ihr Winterquartier und überqueren die Insel. Ähnlich wie die Milos-Viper hat sich die Falkenart auf Zugvögel spezialisiert. Sie fangen sie im Flug, oftmals in großer Höhe und versorgen damit ihren Nachwuchs. Wenn keine Vögel mehr über die Insel fliegen, machen sich auch die Eleonorenfalken auf den Weg ins südliche Afrika.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 26.03.2020 um 06:35 Uhr auf Radio Bremen TV.