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Fahr mal hin

Eine andere Welt - Rund um Germersheim
Freitag, 13.03.2020 18:15 Uhr
SWR
Freitag
13.03.2020
18:15 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

"Fahr mal hin" taucht ein in die Auenwälder rund um Germersheim in der Südpfalz. Eine stille Landschaft, die man am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet. Kleine Kanäle. Stille Seen. Romantische Orte. In den Rheinauen, in der Gegend rund um Germersheim liegt verborgen ein Land, das sich anfühlt wie eine andere Welt.

Germersheim ist der größte Ort der Region. Eine Stadt mit rund 20 000 Menschen. Überall sind noch Spuren der militärischen Vergangenheit zu sehen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt zur Festung ausgebaut und auch heute noch ist in Germersheim ein Bataillon der Luftwaffe stationiert. Doch rund um die Stadt erwartet die Besuchenden eine Landschaft, in die man eintauchen kann, wie in tiefes Wasser. Wo Zeit keine Rolle spielt. Mit stillen Orten und einer nahezu unbekannten Auenlandschaft direkt am Rhein.

Der Rhein wurde im 19. Jahrhundert begradigt. Der große Strom wurde von dem Ingenieur Johann Gottfried Tulla in ein starres Bett gezwängt. Übrig blieben die Schleifen, die er früher gedreht hatte. Die Altrheinarme. Eine Welt abseits der großen Wasserstraße.

Hier können sich die Menschen ungestört ihr persönliches Paradies schaffen, zum Beispiel eine alte Mühle in ein schlossähnliches Anwesen verwandeln. Ein reiselustiges Paar hat aus der Holzmühle einen Ort geschaffen, in dem man nicht nur gut essen und trinken kann, sondern auch im exotischen Garten lustwandeln oder in den Ausstellungsräumen der alten Mühle Kunst aus aller Welt und wunderbare Fotos bewundern kann.

Auch für Störche ist die Gegend ein Schlaraffenland, besonders die Wiesen der Queich, die der Mensch seit Jahrhunderten nach einem ausgeklügelten System unter Wasser setzt. Die Störche brauchen nur noch zuzulangen, wenn das Wasser die Leckerbissen nach oben spült.

Beinahe wäre das größte zusammenhängende Wiesenbewässerungssystem in Deutschland in Vergessenheit geraten. Jetzt wurde es in die Liste als immaterielles Kulturerbe aufgenommen weil engagierte Naturliebhaber*innen die alte Kulturtechnik wiederbelebt hatten.

Neupotz wird das Korbmacherdorf genannt. Es ist kein Zufall, dass das Korbmachen ausgerechnet hier so populär ist. Denn die Weiden wachsen in den feuchten Gebieten des Altrheins. Fast jeder hatte früher ein Boot, mit dem man auf den Altrhein hinausfuhr. Es gab Fischer, Korbflechter oder Weidenbauer. Wie Markus Heid. Er verkauft seine Weiden überall in Deutschland an Handwerksbetriebe und Händler. Ein Material, das lebt. Es biegt sich unter den Fingern zu ganz unterschiedlichen Formen und Objekten.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 13.03.2020 um 18:15 Uhr auf SWR.