ESC zum Schließen · Enter zum Suchen

Länder-Menschen-Abenteuer

Vom Schnee bis zu den Palmen
Mittwoch, 11.03.2020 11:10 Uhr
BR
Mittwoch
11.03.2020
11:10 Uhr
Teilen:
Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Das Ziel der Rhätischen Bahn jenseits der schroffen Gipfel ist Italien. Von Chur durch die Bergwelt des mondänen St. Moritz, vorbei an pittoresken Bahnstationen und zuletzt über das Berninamassiv bis ins italienische Tirano. Die Bahnstrecke dieser Alpenüberquerung windet sich durch die Gebirgswelt von Albula- und Berninamassiv, führt durch 55 Tunnel und über 196 Brücken. Eine Strecke, so berühmt und schön, dass die UNESCO sie zum Weltkulturerbe erklärt hat.
Im Zug und entlang der Strecke begegnet man Menschen, die so vielfältig und eigen sind wie die Landschaften Graubündens. Menschen wie Arnold Weber, der Stewart im Zug ist. Er weiß, was Passagiere wollen, wenn sie am frühen Morgen staunend aus dem Fenster in die schöne Bergwelt schauen: einen Kaffee und "Kipfeli" zum Beispiel.
Semira Bontognali wohnt in einem Haus am Hang. So einsam, dass es im Winter oft nur mit dem Schlitten oder Schneeschuhen erreichbar ist. Im Tal unter ihr liegt der traditionsreiche Edel-Skiort St. Moritz. Semira ist dort aufgewachsen und wurde eine Spitzen-Triathletin. Sie will ihre Kinder hier aufwachsen sehen - in der Bergwelt rund um St. Moritz.
Ein Stückchen weiter passiert der Zug den Hof von Werner Wohlend, Spitzname "Wohli", Berufung "Pferdeflüsterer". Auf seinem Hof lebt eine Pferdeherde von 50 Tieren. Mit seinen zwei erfahrensten Pferden beherrscht Wohli eine jahrhundertealte Tradition: das Holzrücken. Nur mit Pferdekraft werden in den steilen Berghängen gefällte Bäume bis zur nächsten Straße gezogen.
Wenn der höchste Punkt des Schweizer Streckennetzes, der Bernina-Pass überwunden ist, geht es langsam wieder bergab, Richtung Italien. Nicht ohne Stopp bei Primo Semadeni. Sein "Buffet", das Streckenrestaurant an der Alp Grüm, ist nur zu Fuß oder mit dem Zug zu erreichen.
Lokführer Stefan Lüthi kommt hier fast täglich vorbei. Er liebt den einsamen Job vorn im Fahrstand. Und die Fahrt aus dem Hochgebirge hinab ins sonnige Italien wird ihm nie langweilig. Kurz vor der Ankunft passiert die Bahn die Kastanienhaine des Valposchiavo, des letzten Zipfels Schweiz vor der italienischen Grenze. Nicolo Paganini und seine Freunde sammeln hier eine Kastaniensorte, die nur in diesem Tal wächst.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 11.03.2020 um 11:10 Uhr auf BR.