

Feuer, Eisen, Kohle und Gips: Ende des 18. Jahrhunderts begann die Nutzung der Bodenschätze, die die raue Landschaft Südwales hervorbrachte. Während Frankreich 1789 von der Revolution erschüttert wurde, begann in Blaenavon die industrielle Revolution und aus einer vergessenen Landschaft wurde eines der größten Industriezentren der Welt. Innerhalb weniger Jahre entstanden neue Verkehrswege: Schienen, Tunnel, Brücken. In der Tiefe der Erde wurden Kammern und Wege ausgehöhlt und Unmengen von Kohle, Eisenerz und Gipserde gefördert.
Aus ganz Europa kamen die Arbeiter. Bauern wurden zu Bergarbeitern. Für wenig Geld wurde die anstrengende Arbeit in langen Arbeitstagen bewältigt. Rund um die Kohlehalden und Fördertürme lebten die Menschen in engen Reihenhäusern. Für Tausende stand Blaenavon für Schicksal, Mühsal, aber auch Zukunftssicherung und Hoffnung auf ein besseres Leben. Symbol für die Schaffenskraft und Leistung der Bergarbeiter war die Grube "Big Pit", der erste große Schacht von Blaenavon. Heute zeugt sein Förderturm mit dem großen Förderrad von der Leistung der Menschen der frühen Industrialisierung, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Blaenavon zu Ende ging.
Mit dem Versiegen der Bodenschätze verloren die Menschen dort ihre Existenzgrundlage. Sie hinterließen eine Landschaft, in der die Spuren ihrer Arbeit noch zu finden sind.
Die wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 09.02.2020 um 06:15 Uhr auf SWR.