Dass der Hund das erste Haustier des Menschen war, hatten Wissenschaftler schon lange vermutet, aber das Team von Prof. Burger (Universität Mainz) war dann doch sehr erstaunt, dass Menschen und Wölfe offenbar viel früher zusammenlebten als bisher angenommen. "Unsere Daten haben ergeben, dass der Zeitraum, der am wahrscheinlichsten für die Domestikation ist, zwischen 20 000 und 40 000 Jahren lag", fasst Burger die Ergebnisse seines Teams zusammen. "Das ist geradezu ein unwahrscheinliches Ergebnis! Es ist ja relativ einfach, ein Tier zu domestizieren, wenn man es an das Haus binden kann. Aber diesen Vorteil hatten die Jäger und Sammler nicht. Eine Leistung, die offenbar nicht nur zu gravierenden Veränderungen im Leben des Hundes führte, sondern auch den Menschen veränderte. Prof. Kurt Kotrschal vom Wolfsforschungszentrum (WSC) Ernstbrunn in Österreich ist sich sicher: "Man kann durchaus sagen, dass Hunde während des Sesshaftwerdens des Menschen eine große Rolle gespielt haben. Zu dieser Zeit wurden auch Schaf, Rind und Ziege domestiziert. Die Leute begannen, halbnomadisch mit diesen Tieren zu leben, was ja wirtschaftlich sehr erfolgreich war, und das wäre ohne den Hund nicht gegangen." Es wäre völlig undenkbar gewesen, dass Menschen ohne die Hilfe des Hundes Schaf und Rind domestiziert hätten. So gesehen, haben Hunde einen riesigen Beitrag für die folgenden Kulturentwicklungen geleistet. Heute unterstützt der Hund den Menschen noch immer als Hütehund, übernimmt aber auch immer höher spezialisierte Aufgaben als Spür-, Jagd-, Minen-, Schlitten- und sogar als Therapiehund. Die meisten der freundlichen Vierbeiner werden allerdings gezüchtet, um Teil einer menschlichen Familie zu werden.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 16.02.2020 um 07:05 Uhr auf ZDFneo.