

Früher hieß es, der Mistral könne Stieren die Hörner abreißen und junge Frauen schwängern. Diese alten Sprüche sind Geschichte, aber der „Herr der Winde“ ist auch heute noch gefürchtet. Der Mistral ist aus der provenzalischen Kultur nicht wegzudenken: Er formt die Landschaft, bestimmt die Anbaupraktiken, kristallisiert das Salz und inspiriert Maler, Sänger und Schriftsteller. Und im Sommer entfacht er die Waldbrände im Südosten Frankreichs.
Der kalte und stürmische Fallwind weht durch das südliche Rhônetal und bahnt sich seinen Weg durch atemberaubende Landschaften, vom Mont Ventoux bis zu den Salzmarschen von Aigues-Mortes. Segensreich und zerstörerisch zugleich, zwingt der Mistral Mensch und Natur, sich anzupassen. Er ist ein nützlicher Helfer: Die Winzer verlassen sich auf ihn, die Müller versorgt er mit der nötigen Energie für ihre Mühlen und in den Salzgärten der Camargue trocknet er die Marschen aus und lässt die Salzkristalle wachsen. Sein dämonisches Gesicht zeigt er, wenn
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 02.09.2024 um 18:35 Uhr auf arte.