Auf der Via Porta folgt der Schriftsteller Harald Grill den Spuren der Zisterzienser, die im Jahr 1133 vom Kloster Volkenroda auszogen, um in Waldsassen ein Tochterkloster zu gründen. Über 300 Kilometer weit führt Harald Grill seine Wanderung durch Thüringen nach Oberfranken und - über einen kleinen Abstecher nach Böhmen - in die Oberpfalz. Gegründet wurde der Pilgerweg von zwei Frauen, der Äbtissin Laetitia Fech aus Waldsassen und Ulrike Köhler von der Christusbruderschaft in Volkenroda.
Auf der Via Porta zu pilgern, ist eine Grenzerfahrung der besonderen Art: Die Wanderung führt über das "Grüne Band Europas", den ehemaligen Eisernen Vorhang. Noch nicht überall hat die Natur die Narben der deutsch-deutschen Geschichte überwuchert. Der Schneekopf mit seinen Abhöranlagen oder der in Resten noch erhaltene Grenzzaun bei Spechtsbrunn erinnern an eine Zeit, als hier noch scharf geschossen wurde und die innerdeutsche Grenze den Beinamen "Todesstreifen" trug. Ausgangspunkt der Wanderung ist das Kloster Volkenroda, das seit der Reformation evangelisch ist. Damit verbindet die Via Porta nicht nur Ost und West, sondern auch den evangelischen und katholischen Glauben.
"Grenzen trennen - Brücken verbinden" steht heute auf einer Fußgängerbrücke geschrieben, die bei Blankenstein über den ehemaligen Grenzfluss Saale führt. Die Via Porta ist eine "Brücke" im besten Sinne, denn dieser Pilgerweg verbindet vieles, was einst trennend war: Völker, Religionen und Ideologien.
Abseits dicht befahrener Autobahnen und Straßen führen die "Traumpfade" durch eine oft noch unberührte Natur. Wer diesen Wegen folgt, lernt den eigenen Körper wieder zu spüren, ist stolz darauf, große Anstrengungen überwunden zu haben, wird die Stille der Natur erfahren und dabei spüren, wie sich die eigenen Gedanken entwickeln. So sind die "Traumpfade" auch immer eine innere Reise. Und sie erzählen aufregende Abenteuer, die unsere Reisenden zu bestehen haben, bis sie ihr Ziel erreichen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 16.12.2019 um 11:15 Uhr auf ARD alpha.