Die Bilanz der nationalsozialistischen Enteignungspolitik war verheerend. Geschätzte 100 Bankhäuser, 946 Großbetriebe, 33 000 Klein- und Mittelbetriebe und 60 000 Mietwohnungen waren in ganz Österreich von der "Arisierung" betroffen. Darunter so bekannte Betriebe wie Ottakringer, Ankerbrot oder das große Wiener Kaufhaus Gerngroß. Palais wie jene der Familien Rothschild oder Ephrussi wurden einfach beschlagnahmt. Etwa 130.000 Menschen verließen bis Mai 1939 das Land, das lange Zeit ihrer Heimat war. Heute erinnert im Stadtbild wenig an dieses ergangene Unrecht. Was bleibt sind lediglich Fragmente eines Wiens wie es hätte sein können, hätte es die Zäsur des Zweiten Weltkriegs nicht gegeben. Mit umfangreichem Archivmaterial, Experten- und Zeitzeugeninterviews schildert die Dokumentation "Arisierung" - Der große Raubzug das Ausmaß dieses systematischen Raubs. Präsentiert wird die Dokumentation von Danielle Spera, der Leiterin des Jüdischen Museums Wien. In Zeitzeugen-Interviews erzählt etwa der Künstler Arik Brauer über die Erfahrungen aus seiner Kindheit in Wien. Zeitzeuge Hans Hacker, dessen Familie ein Silberwarengeschäft besaß, besucht die Stätten seiner Jugend im 1. Bezirk in Wien. Die HistorikerInnen Oliver Rathkolb, Hans Safrian und Brigitte Bailer-Galanda erklären die historisch-wissenschaftlichen Hintergründe.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 08.11.2019 um 09:50 Uhr auf ORF 3.