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mein ausland

Bretter, die die Welt bedeuten
Freitag, 01.11.2019 12:45 Uhr
phoenix
Freitag
01.11.2019
12:45 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Sie brauchen mehr als Wind und gute Wellen. Davon gäbe es hier in Cox's Bazar - im Süden von Bangladesch - genug. Acht Mädchen trainieren im Surfclub an einem der längsten Strände der Welt. Zahlen müssen sie nichts, der Club finanziert sich aus Spenden. Shaifullah, der Trainer, meint, "wir könnten Tausende Surfer trainieren. Wenn Mädchen darunter sind, dann ist das gut für unser Land. Mädchen spielen doch auch Cricket und Fußball, jetzt surfen sie." Aber: dass Frauen surfen, gehört sich nicht - und schon gar nicht in aller Öffentlichkeit. Sumi Akter ist 13, seit sie surft, hat sich ihr Leben verändert: "Bevor ich anfing mit dem Surfen, war ich ängstlich. Aber mit der Zeit habe ich mich geändert." Sumis Mutter durfte nicht zur Schule, sie blieb zu Hause. Ihre Tochter will es anders machen. Das heißt auch, sie muss abends für die Schule lernen. "Ich finde gut, dass sie surfen lernt, und ich habe nichts dagegen. Das einzige was ich ihr sage: Du kannst surfen, aber bitte beende auch deine Schule", sagt Sumis Mutter. Doch schon am Strand beginnt eine konservative Welt. Einige denken: Dass Frauen surfen, gehört sich nicht. Und spätestens wenn die Mädchen 14 sind, stresst die Familie. Dann sollen sie verheiratet werden. Auch Nasima blühte auf, wenn sie surfte. Sie ist jetzt 18 und kümmert sich um ihren Sohn und um die Nichte. Als sie das Kind bekam, war es mit dem Surfen vorbei. Ihr Mann sperrt sie zu Hause ein. "Wenn sie wieder surfen geht, werde ich sehr böse reagieren, sehr böse", sagt er. Sie trauert um ihr altes Leben und die verlorene Freiheit. Die Surferinnen von Cox's Bazar wissen, was Nasima passiert ist. Noch träumen sie. "Heißt es denn, nur weil wir Mädchen sind, können wir nichts erreichen? Wir werden beweisen, dass die Mädchen in Bangladesch eine Menge drauf haben. Niemand kann mich aufhalten", sagt Sumi Akter selbstbewusst.
In "mein ausland" berichten ARD- und ZDF-Korrespondenten über ihre Eindrücke, Erlebnisse und Besonderheiten in "ihren" Ländern und Regionen: Ob die langen Sandstrände von Marokko, das Lebensgefühl in Brooklyn oder der bedrohte Regenwald am Amazonas - "mein ausland" zeigt die Vielfalt der Kontinente und Länder. Auch Krisenregionen werden besucht, die politische Situation beleuchtet, die Menschen in ihrem Alltag begleitet. Die 45-minütigen Reportagen werden exklusiv für phoenix produziert. Sie bieten tiefe Einblicke in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft anderer Länder und Kontinente und helfen, die politischen Ereignisse und Krisen in der Welt besser zu verstehen.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 01.11.2019 um 12:45 Uhr auf phoenix.